Vortrag: Rom und Herzogenaurach von Heinz Wirth

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Parallelen zwischen der Weltstadt Rom und Herzogenaurach

Herzogenaurach. Zahlreiche interessante Vorträge konnten die Zuhörer beim Heimatverein in den letzten Monaten hören, doch der vom Herzogenauracher Lokalmatador Heinz Wirth gehaltenen Ausführungen lockten nicht nur sehr viele Gäste in den vollbesetzten Konzertsaal der Musikschule, der Vortrag war äußerst kurzweilig und interessant.

Heinz Wirth viele Jahre Lehrkraft und Mitglied der Schulleitung am hiesigen Gymnasium erwies sich bei seinem Referat mit dem Thema „Römisches Allerlei aus der Sicht eines Herzogenaurachers“ als profunder Kenner der Weltstadt am Tiber. Mehrfach hat er seinen Kollegstufenschülern im Rahmen von deren Lateinleistungskursen die italienische Hauptstadt besucht und deren historische und bauliche Besonderheiten den Kollegiaten nähergebracht. Im Mittelpunkt von Wirths Ausführungen stand die Piazza Navonna im Herzen der „ewigen Stadt“. Auf dem Boden eines ehemaligen antiken Stadions für athletische Gladiatorenspiele und Wettkämpfe wurde im christlichen Mittelalter eine Kirche errichtet, und zwar an der Stelle, an der einst die heilige Agnes ihr Martyrium erlitten haben soll. Außerdem wurde hier am Ende einer römischen Wasserleitung der Vier-Ströme-Brunnen angelegt. Vier kolossale männliche Figuren symbolisieren hier die größten Ströme der damals bekannten vier Kontinente: Donau (Europa), Nil (Afrika), Ganges (Asien) und Rio de la Plata (Amerika).

Amüsant und ideenreich versetzte Heinz Wirth seine Zuhörer mit dem Vergleich der Piazza in die Herzogenauracher Innenstadt. Er verglich die Prachtallee mit der hiesigen Prachtstraße (Hauptstraße mit 180 Metern Länge zwischen den Stadttürmen mit ihren imposanten Baudenkmälern „Hans und Helga“, wie die „Spargelstangen = Turmspringer“ im Volksmund scherzhaft genannt werden). Und da die römische Prachtstraße immer wieder vom Hochwasser heimgesucht wurde lag die Parallele zu Herzogenaurach nahe, wo im Juli 1941 das Aurach-Hochwasser bis an die Treppe des Rathauses reichte. Eine weitere Gemeinsamkeit zwischen der Tiber- und der Aurachstadt hatte der Referent ausgemacht: Der römische Hochwasserdamm hat für ihn ein Herzogenauracher Gegenstück: die geplante neue Promenade entlang der Aurach.

Fazit: Geschichte, wie sie Heinz Wirth in seinem Vortrag präsentiert hat, kann lehrreich und unterhaltsam gleichzeitig sein

Klaus-Peter Gäbelein
Autor: Klaus-Peter GäbeleinWebsite: https://de.wikipedia.org/wiki/Klaus-Peter_G%C3%A4beleinE-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
1. Vorsitzender Heimatverein Herzogenaurach
Klaus-Peter Gäbelein (Pseudonym: Klaus Bedä) ist ein deutscher Autor, Historiker, Kolumnist, Mundartdichter und Moderator mit einem Schwerpunkt auf fränkischer Geschichte und Brauchtum sowie fränkischer Mundart. Er ist der Verfasser zahlreicher Werke zu Themen der Regionalgeschichte Frankens, dem fränkischen Brauchtum, sowie von Schulbüchern. Seit 1981 schreibt Gäbelein regelmäßig Artikel für die Regionalteile der in Herzogenaurach (Mittelfranken) erscheinenden Tageszeitungen und seit 1992 die Glosse „Do dud dä fei deä Oäsch weh!

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