600-Jahr-Feier Teil 4

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Städtische Vorbereitungen zum Stadtjubiläum oder „Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus!"

Herzogenaurach (gä) Im Sommer 1948 befasste sich der Herzogenauracher Stadtrat mit den konkreten Vorbereitungen für das große Heimatfest von 1949. Es galt eine Reihe von konkreten Dingen unter Dach und Fach zu bringen.

Zunächst wurde für die Festveranstaltungen die Zeit vom 30.07. mit 07.08.1949 festgelegt.

Bereits 1948 hatte der Bamberger Bischof Josef Otto sein Erscheinen für den 1. Festsonntag zugesagt. Daneben wurde im Stadtrat beratschlagt, welche weiteren Honoratioren eingeladen werden sollten, nämlich wichtige Mitglieder der Bayerischen Staatsregierung und prominente Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens.

Wie nicht anders zu erwarten wurde der Weihersbach als Festgelände festgelegt, zumal hier die Wasser- und Stromversorgung am Besten zu bewältigen sei. Zur Verschönerung der Anlagen sollte ein Gärtnereibetrieb gewonnnen werden. Und auch die Schulkinder sollten bestimmte Abschnitte in der Stadt zur Betreuung und Verschönerung erhalten. Dem Heimat- und Verschönerungsverein wurden die öffentlichen Straßen und Plätze zur Verschönerung übertragen. Und ein Blumeschmuckwettbewerb sollte für ein noch attraktiveres Städtchen sorgen.

Man appellierte des weiteren an den Hausbesitzerverein, die Häuser instand zu setzen und die für die Beflaggung der Stadt in den  Stadtfarben sowie in den fränkischen und Landesfarben zu sorgen. Ein eigens geschaffenes „Verkehrsamt" sollte sich für entsprechende Werbung „durch Kino, Rundfunk, Presse etc." und um die „Quartierbeschaffung" für auswärtige Gäste kümmern.

Schließlich wurde bei der Besprechung festgelegt: „Aus Kreisen der Industrie und des Gewerbes , der Landwirtschaft, des Gartenbaus und der Kleintierzucht wird die Industrie- und Gewerbeschau sowie die landwirtschaftliche Ausstellung organisiert. „es müssen zu diesem Zweck die Schullokale nach bedarf überlassen und falls Angebote günstig sind, Zelte von auswärts bezogen werden." Das Museum wird durch den heimat- und Verschönerungsverein und „Beistehung des Landesamtes für Denkmalpflege geordnet." Besondere Ausschüsse werden sich „ mit dem Vergnügungsgewerbe an dem Festzug und den Vergnügungen verschiedener Art befassen."

„Für das Ganze arbeitet eine besondere Finanzverwaltung „, die sich um die verschiedenen Versicherungen und um die Ordnung kümmert. Kirchliche Feiern, Schul- und Kulturveranstaltungen , Vorträge und Heimatspiele werden in besondere Hände gelegt. Sportliche und turnerische Veranstaltungen, Wettbewerbe haben ein eigenes Referat. Doch haben hier die Vereine ein weitgehendes recht auf die Programmgestaltung."

Aus all diesen noch zur Vorbereitung stehenden Arbeiten wird dann das Festprogramm mit dem Führer (Programmheft) und seinem Reklameteil geschaffen. Auch eine historische Festschrift ist in vielen Punkten schon vorbereitet  mund es „ist wohl damit zu rechnen, dass es bei dem schon früher bewiesenen Verständnis für die Festgestaltung auch hier gelingen wird, die Jubelfeier in jeder Hinsicht zur Zufriedenheit zu gestalten."

Soweit die Eintragungen im Protokoll der Sitzung für das große Fest im Jahr 1949.

                                                                Klaus-Peter Gäbelein

Klaus-Peter Gäbelein
Autor: Klaus-Peter GäbeleinWebsite: https://de.wikipedia.org/wiki/Klaus-Peter_G%C3%A4beleinE-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Koordinator für den Steinweg
Klaus-Peter Gäbelein (Pseudonym: Klaus Bedä) ist ein deutscher Autor, Historiker, Kolumnist, Mundartdichter und Moderator mit einem Schwerpunkt auf fränkischer Geschichte und Brauchtum sowie fränkischer Mundart. Er ist der Verfasser zahlreicher Werke zu Themen der Regionalgeschichte Frankens, dem fränkischen Brauchtum, sowie von Schulbüchern. Seit 1981 schreibt Gäbelein regelmäßig Artikel für die Regionalteile der in Herzogenaurach (Mittelfranken) erscheinenden Tageszeitungen und seit 1992 die Glosse „Do dud dä fei deä Oäsch weh!

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