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Montag 05 Sep 2022
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Die Universität Altdorf im 17. und 18. Jahrhundert

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Vortrag Seiderer

Herzogenaurach (gä) Erstmals gastierte der neu ernannte Professor für Fränkische und Bayerische Geschichte an der Universität Erlangen-Nürnberg, Professor Georg Seiderer mit einem Vortrag beim Heimatverein. Als Thema hatte er sich die Geschichte der Universität Altdorf ausgesucht.

Diese war als ehemalige Hochschule der Reichsstadt Nürnberg, 1575 als Akademie eingeweiht, 1622 zur Universität (Altdorphina) erhoben und 1809 vom Bayernkönig Max I. Joseph aufgelöst. In Altdorf, nur wenige Kilometer östlich der Noris gelegen, sollten die Studenten ohne Ablenkung durch das städtische Leben in Nürnberg die nötige Ruhe zum Studieren finden. Neben Straßburg leistete sich Nürnberg eine eigene Universität, die zunächst vor allem der Ausbildung evangelischer Geistlicher diente und auf derselben hohen Ausbildungsstufe stand wie Leipzig, Halle, Jena und Göttingen.

Freilich war die Zahl der Studenten nicht vergleichbar mit heutigen Verhältnissen. Zur Blütezeit um 1690 hatten sich gerade einmal 180 Studierende eingeschrieben. Ein knappes Jahrhundert vorher (um 1600) war die wilde Zeit des 16-jährigen Böhmen Albrecht von Waldstein, der später die Konfession wechselte und als „Wallenstein" ein bedeutender Feldherr auf katholischer Seite im 30-jährigen Krieg wurde. Er fiel mehr durch Alkohol Exzesse und Raufereien, denn durch gezielte Studien auf.

In den vier Fakultäten (Studienrichtungen) studierten namhafte Wissenschaftler in Altdorf. Es war die Zeit, als die Vorlesungen noch weitgehend in Privathäusern abgehalten wurden. Der namhafteste Doktorand war wohl der Philosoph Gottfried Wh.  Harsdörffer Leibniz. Doch auch der Germanist Harsdörffer, der Volksaufklärer und Astronom Christophorus Sturmius oder der Reformator der evangelischen Kirche in Süddeutschland, Georg Andreas Will schrieben in Altdorf als Studierende Geschichte. Will stammte aus dem heutigen Landkreis Fürth, aus Obermichelbach und setzte als Professor ab 1755 der Hochschule seinen Stempel auf. Ihm lagen vor allem eine gepflegte Diskussionskultur und der Gebrauch der deutschen Sprache am Herzen.   

Die Gründung weiterer Hochschulen im deutschen Sprachraum, darunter die der Universität Erlangen (1743) führten letztlich zum Niedergang der Hochschule in Altdorf, die im September 1809 mangels Lehrpersonals aufgelöst wurde. Der bayerische König setzte nun mehr auf „seine" Universität in Landshut, die später nach München verlegt wurde.

                                                                                         Gä.

Klaus-Peter Gäbelein
Autor: Klaus-Peter GäbeleinWebsite: https://de.wikipedia.org/wiki/Klaus-Peter_G%C3%A4beleinE-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Koordinator für den Steinweg
Klaus-Peter Gäbelein (Pseudonym: Klaus Bedä) ist ein deutscher Autor, Historiker, Kolumnist, Mundartdichter und Moderator mit einem Schwerpunkt auf fränkischer Geschichte und Brauchtum sowie fränkischer Mundart. Er ist der Verfasser zahlreicher Werke zu Themen der Regionalgeschichte Frankens, dem fränkischen Brauchtum, sowie von Schulbüchern. Seit 1981 schreibt Gäbelein regelmäßig Artikel für die Regionalteile der in Herzogenaurach (Mittelfranken) erscheinenden Tageszeitungen und seit 1992 die Glosse „Do dud dä fei deä Oäsch weh!

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