Karl IV. Ausstellung

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Nürnberg und sein Kaisererbe

DSC 7787Herzogenaurach. Einen Ausflug ins 14. Jahrhundert unternehm der Heimatverein mit dem Besuch der tschechisch-bayerischen Landesausstellung zu Kaiser Karl IV. im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg. Karl, dessen Geurtstag sich im vergangenen Jahr zum 700. Mal jährte, „sammelte“ zahlreiche Königskronen: Er war deutscher Herrscher, gleichzeitig Regent von Böhmen, König in Italien und Burgund und ab 1355 Kaiser im Heiligen Römischen Reich.“

Auch die Reichsstadt Nürnberg, „leuchtende Metropole an der Goldenen Straße“ verdankte ihren immensen Bedeutungszuwachs

dem usprünglich auf den Namen Wenzel getauften Herrscher. Dieser wurde ab seinem vierten Lebensjahr am französischen Königshof seines Taufpaten erzogen, nahm dessen Vornamen Karl an in Anlehnung an den großen deutschen Herrscher Karl d. Großen und erlernte dort die höfischen Sitten und fünf Sprachen. 1355 ließ sich Karl in Rom in Anlehnung an den großen Karolinger zu Kaiser krönen.

Zwar galt seine Liebe seiner Heimatstadt Prag, doch profitierte Nürnberg vor allem durch den Erlass des Reichsgesetzes der Goldenen Bulle (1356) und der steten Förderung durch den Herrscher.

Dieses Reichsgesetz mit einem in Gold gefassten Siegel (lateinisch „bulla“) Siegel regelte für viereinhalb Jahrhunderte die Wahl zum deutschen Oberhaupt durch die Kurfürsten (Kur oder küren bedeutet soviel wie Wahl oder wählen). Für Nürnberg bedeutet das Reichsgesetz zusätzlich, dass hier der erste Reichstag nach der jeweiligen Kaiserwahl stattfinden sollte, was einer immense politische Bevorzugung gegenüber anderen Städten im Reich bedeutete. 

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Die Besucher des Heimatvereins konnten sich in der Ausstellung ein Bild von dieser Urkunde machen und erlebten anschließend das „Männleinlaufen“ an der Westfassade der Frauenkirche.s Hier erscheinen täglich um 12 Uhr die sieben Kurfürsten, um dem Herrscher Karl ihre Ererbietung zu erweisen.

Karl baute die Verwaltung im Reich aus und setzte auf eine kluge Heiratspoltik. Bei seinen vier Ehen und bei der Verheiratung seiner Kinder stand immer die Mehrung seiner Hausmachtpolitik im Mittelpunkt. So bildete die Mitgift der Wittelsbacherin Anna von der Pfalz die Grundlage für die Entstehung „Neuböhmens“, womit die Oberpfalz gemeint ist.

Einerseits baute Karl Prag mit dem Veitsdom, der Burg (dem Hradschin) oder der großen Brücke über die Moldau (Karlsbrücke) zur „Goldenen Stadt“ aus, andrerseits darf nicht darüber hinweg gesehen werden, dass er zu Beginn seiner Regentschaft ein fürchterliches Massaker unter den Juden Nürnbergs angeordnet hat.

Das jüdische Ghetto und die Synagoge um den heutigen Hauptmarkt wurden zerstört, mehr als 500 Bürger jüdischen Glaubens kamen um und die Überlebenden mussten aus eigenen Mitteln den Bau der heutigen Frauenkirche mitfinanzieren. Der Chor der Kirche diente ursprünglich zur Aufbewahrung der Reichsinsignien, wie Krone, Zepter, Reichsapfel, Königsschwert, Krönungsmantel oder Heiliger Lanze.

                  

Klaus-Peter Gäbelein

Bildmaterial über Internet oder Stadt Nürnberg

Klaus-Peter Gäbelein
Autor: Klaus-Peter GäbeleinWebsite: https://de.wikipedia.org/wiki/Klaus-Peter_G%C3%A4beleinE-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
1. Vorsitzender Heimatverein Herzogenaurach
Klaus-Peter Gäbelein (Pseudonym: Klaus Bedä) ist ein deutscher Autor, Historiker, Kolumnist, Mundartdichter und Moderator mit einem Schwerpunkt auf fränkischer Geschichte und Brauchtum sowie fränkischer Mundart. Er ist der Verfasser zahlreicher Werke zu Themen der Regionalgeschichte Frankens, dem fränkischen Brauchtum, sowie von Schulbüchern. Seit 1981 schreibt Gäbelein regelmäßig Artikel für die Regionalteile der in Herzogenaurach (Mittelfranken) erscheinenden Tageszeitungen und seit 1992 die Glosse „Do dud dä fei deä Oäsch weh!

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