FFW Herzogenaurach Teil 6

Auf dem Weg zum 125-jährigen Jubiläum

Es waren und sind starke Persönlichkeiten, die sich in den Dienst und für Führungsaufgaben in der Freiwilligen Feuerwehr Herzogenaurach engagierten und immer wieder aufs Neue für den Dienst am Nächsten einsetzen. Tüchtige Einsatzkräfte und Mitarbeiter im allgemeinen und in der Führungsetage haben das Bild unserer Feuerwehr in Herzogenaurach immer geprägt.

Auf das Führungsduo Heinrich Fink und Xaver Binkl folgten in den 70-er Jahren Jakob Wirth und Karl-Heinz Schalk sowie Robert Glas als 1. Vorstand (1976 – 1992). In seiner Ära erfolgte dank des Entgegenkommens der Stadt die erfolgreiche „Aufrüstung“ der Wehr mit modernsten Einsatzfahrzeugen sowie mit Drehleiter und Rettungskorb. All das hatte eine deutliche Verbesserung im Brand- und Katastrophenschutz in der Stadt zur Folge.

Karl-Heinz Schalk, Kommandant von 1976 – 1992, führte das Werk von Robert Glas mit dem gleichen Elan fort. Dank seines Engagements wurde er 1987 Kreisbrandrat und somit der „oberste Feuerwehrler“ im Landkreis Erlangen-Höchstadt. Und dank seiner Fachkenntnisse avancierte er schließlich zum Stellvertretenden Sprecher der Bayerischen Feuerwehren. Noch heute ist er ein „unruhiger Ruheständler“ sein gewichtiges Wort gilt noch immer im „Verbund der Bayerischen Feuerwehren“.

Mit einem großartigen Fest, bei dem die Lobeshymnen für den scheidenden Kommandanten nicht abrissen, wurde K.-H. Schalk im November 2004 im Beisein von 25 Bürgermeistern und den Vertretern zahlreicher mittelfränkischer Feuerwehren und seines Nachfolgers Kreisbrandrat Harald Schattan als „Ehrenkreisbrandrat“ verabschiedet.

Sein Nachfolger als Kommandant der Herzogenauracher Wehr wurde 1987 Siegbert Sendner, der ab 1992 auch die Funktion des 1. Vorstandes übernommen hat. Seine erste große Bewährungsprobe hatte Sendner 1992 zu bestehen, als die Stadt von der größten Hochwasserkatastrophe in ihrer Geschichte heimgesucht wurde. Ähnlich wie bei dem großen Unwetter von 1941, als u.a. der Damm des Wiwa-Weihers gebrochen war und Wassermassen nach zahlreichen Weiherdammbrüchen im Süden die Stadt überfluteten, musste für Herzogenaurach 1992 der Katastrophennotstand ausgerufen werden.

Es war Dienstag, 21. Juli 1992, da erlebte die Region um Nürnberg eines der schwersten Unwetter ihrer Geschichte. Gegen 22 Uhr brach ein Unwetter über Mittelfranken herein, das allein in Herzogenaurach drei Menschenleben kostete. Das Ehepaar Erhard in der Hauptstraße kam dabei ums Leben, als es versuchte, mit einer Tauchglocke eingedrungenes Wasser im Keller abzusaugen. Ein Stromstoß wurde den beiden zum Verhängnis. Außerdem wurde ein 29-jähriger Mann, der sich in der warmen Nacht am Aurach Ufer zum Schlafen niedergelegt hatte, von den Wassermassen weggespült und ertrank.

Ab 21.41 Uhr gingen in der hiesigen Feuerwehrzentrale 138 Anrufe ein – und alle Anrufer baten um Hilfe wegen des Hochwassers und wegen umgestürzter Bäume. Vielfach waren Keller vollgelaufen, Straßen durch umgestürzte Bäume unpassierbar und des Weiteren gab es Gas Alarm wegen einer defekten Leitung. 125 Rothelme und 75 Hilfskräfte aus der Stadt und den Ortsteilen waren bis zum Mittwoch 6 Uhr pausenlos im Einsatz.

Alle Betroffenen und auch die Medien waren voll des Lobes für die tatkräftige Hilfe durch die Feuerwehr, die mit ihren modernen Geräten und durch ihren rastlosen Einsatz Schlimmeres verhindert hatte. Allen Einsatzkräften kam dabei auch die hervorragende Ausbildung und die zeitgemäße stille Alarmierung mit Funk-Meldeempfängern in mehreren Schleifen zugute. Schließlich wurde für den gesamten Einsatzbereich der FFW Herzogenaurach registriert, dass die Wehr inzwischen im Jahr auf 30% Brandeinsätze und 70% Technische Hilfsleistung aller Art kommt.

Aber noch eine weitere große Herausforderung kam in der Folge auf die Wehr zu: man musste sich erfreulicherweise auf ein positives Großereignis im Jahr 1993 vorbereiten: die Feiern zum 125-jährigen Jubiläum der Wehr. Seit dem Frühjahr 2012 liefen die Vorbereitungen für dieses Großereignis, das im Sommer 1993 über die Bühne gehen sollte.

Man kann es vorwegnehmen: auch diese Veranstaltung lief dank der großartigen Zusammenarbeit aller Wehrmänner reibungslos ab. Alle Veranstaltungen klappten ohne Pannen, die Verantwortlichen um Siegbert Sendner erhielten Lob von allen Seiten, so wie neun Jahre später, als die FFW wesentlich dazu beigetragen hat, dass zahlreiche Veranstaltungen im Rahmen der 1000-Jahr-Feier der ersten urkundlichen Erwähnung von „URAHA“ (Herzogenaurach) reibungslos abliefen. Erinnert sei nur an die kurzzeitige Verschiebung des großen Festzugs (2002)wegen des gleichzeitig stattfinden WM Endspiels mit deutscher Beteiligung. Siegbert Sendner und seine Mannen, die den Zug mitorganisierten, leisteten dabei wieder Hervorragendes.

Doch noch einmal zurück zur 125-Jahr-Feier. Da war doch noch mehr als nur das Fest im Weihersbach mit dem spektakulären Auftritt der „Zillertaler Schürzenjäger“ im prall gefüllten Festzelt Eine 150 Seiten lange Festschrift, eigentlich ein „Fest-Buch“, legte das Organisationsteam mit Andreas Batz und Simon Hagen vor. Auftritte des Spielmannszuges, Schauübungen in den Aurach Wiesen, eine Fahrzeugschau mit Feuerwehr-Oldtimern, ein Festzug mit 3 200 Teilnehmern, 170 Festzug Nummern mit3 200 Mitwirkenden, ein Hubschraubereinsatz bei einer Löschübung und als ein zusätzlicher Höhepunkt, der den Feuerwehrlern den Eintrag ins Guinnessbuch der Rekorde bescheren sollte: eine Wasserwand, 155 Meter lang und aus 125 Strahlrohren bestehend. Die Herzogenauracher und zahlreiche Gäste waren begeistert.

Das aktuelle junge Führungsgremium mit Kommandant Rainer Weber, dem Vorsitzenden Thomas Geiger, seinem Stellvertreter Carsten Hagen und tatkräftigen Helfern hat sich bestens auf das kommende Jubiläum vorbereitet. Ihnen braucht nicht bange zu sein und alle Herzogenauracher können sich auf die kommenden Ereignisse zum 150-jährigen Jubiläum der FFW Herzogenaurach freuen.

 

Klaus- Peter Gäbelein

Klaus-Peter Gäbelein
Autor: Klaus-Peter GäbeleinWebsite: https://de.wikipedia.org/wiki/Klaus-Peter_G%C3%A4beleinE-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
1. Vorsitzender Heimatverein Herzogenaurach
Klaus-Peter Gäbelein (Pseudonym: Klaus Bedä) ist ein deutscher Autor, Historiker, Kolumnist, Mundartdichter und Moderator mit einem Schwerpunkt auf fränkischer Geschichte und Brauchtum sowie fränkischer Mundart. Er ist der Verfasser zahlreicher Werke zu Themen der Regionalgeschichte Frankens, dem fränkischen Brauchtum, sowie von Schulbüchern. Seit 1981 schreibt Gäbelein regelmäßig Artikel für die Regionalteile der in Herzogenaurach (Mittelfranken) erscheinenden Tageszeitungen und seit 1992 die Glosse „Do dud dä fei deä Oäsch weh!

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