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Weiler in Herzogenaurach

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Die Herzogenauracher sind interessiert an der Geschichte ihrer Stadt.

Beim Gesprächskreis des Heimatvereins unter dem Thema „So war es früher“ reichten die Stühle im altehrwürdigen Gebäude im Steinweg kaum aus, als es um das Thema „Die Firma Weiler“ ging.  Zahlreiche ehemalige Mitarbeiter des ältesten Herzogenauracher Betriebs der Metallbranche bereicherten als Zeit- und Augenzeugen den kurzweiligen Abend  am vergangenen Donnerstag.

1938 hat alles angefangen.
Das Unternehmens, das heute im benachbarten Mausdorf  produziert, wird in zwei Jahren sein 80-jähriges Jubiläum begehen können. Herzogenaurach litt nach dem 1. Weltkrieg verstärkt  unter seiner wirtschaftlichen und industriellen Monostruktur: zu stark war die Wirtschaft in der Stadt auf die Schuhproduktion ausgerichtet. Die „entsetzliche Arbeitslosigkeit“ veranlasste im Juni 1927 Ehrenbürger Pater Cyprian Fröhlich zu einer Intervention beim Reichskanzler in Berlin, worauf die größte Not zunächst ein wenig gemildert werden konnte.

Die nationalsozialistische Reichsregierung hatte im Rahmen ihres ersten Vierjahresplans  (1934-1938) Herzogenaurach als „besonders förderungswürdiges Gebiet“ eingestuft. Der Entschluss des Werkzeugmaschinenfachmanns Haas aus Nürnberg und  von Friedrich Weiler, dem Leiter und Besitzer der “Fränkischen Radiogesellschaft OHG Nürnberg“ sowie dessen Bruder Hermann, an der Aurach eine krisenfeste Industrie zu begründen, fielen daher auf fruchtbaren Boden.
Zusammen mit dem Herzogenauracher Rechtsanwalt Paul Hubmann als Investor und den genannten Hermann Weiler und Ingenieur Haas gründete Friedrich Weiler 1938 das staatlich geförderte Unternehmen  zur Produktion von Drehbänken und Langdrehautomaten als Gegenpol zur darbenden Schuhindustrie, um in Herzogenaurach eine zukunftsichere und krisenfestere Indutriebasis zu schaffen.
Am Ende der Würzburger Straße in den leerstehenden Fabrikationsräumen der Fränkischen Schuhfabriken begann .Friedrich Weiler 1938 mit der Produktion. 23 Mitarbeiter zählte der junge Betrieb, anfangs ohne gelernte Fachkräfte. Sie wurden in der Folge im Betrieb ausgebildet.

1942, der Krieg tobte bereits seit knapp drei Jahren, beschäftigte Weiler bereits 125 junge Männer, die nicht für die Kriegsproduktion eingesetzt waren..Bei Kriegsende 1945 war die Zahl der Weiler Mitarbeiter bereits auf 150 angewachsen.

Nach dem Zusammenbruch, die Firma war teilweise mit US-Soldaten belegt, wagte Friedrich Weiler einen Neubeginn mit 25 Beschäftigten und mit der von den Siegermächten erlaubten Herstellung von Landmaschinen und Drehbohrern. Auf die Intervention des damaligen Landrats Dr. Valentin Föhlich  gestatteten die US-Behörden Ende 1945 die Produktion von kleinen Mechanikerdrehbänken  - Und die Produktion lief bals auf Hochtouren, weil die Nachfrage diesbezüglich ständig stieg. Ende 1945 war die Mitarbeiterzahl daher bereits auf 106 gewachsen, man war froh Arbeit in „der schlechten Zeit“ zu bekommen und da Freidrich Weiler sein Versprechen einlöste und ehemalige Mitarbeiter, die im Kriegseinsatz waren, wieder einzustellen, wuchs die Zahl der Weiler-Arbeiter sogar auf 172.

Mit der Währungsreform im Juni 1948 sank diese Zahl zwar auf 150 Mitarbeiter, doch wurde die Palette der hergestellten Produkte auf Leitspindeldrehbänke und Häckselmaschinen für die Landwirtschaft erweitert. Durch die Maschinenfabrik Weiler wurde der junge Industriestandort Herzogenaurach gefestigt und wurde nun endgültig eine neue feste Größe in der Schuh- und Schlappenschusterstadt Herzogenaurach.

K.-P. Gäbelein

Klaus-Peter Gäbelein
Autor: Klaus-Peter GäbeleinWebsite: https://de.wikipedia.org/wiki/Klaus-Peter_G%C3%A4beleinE-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Koordinator für den Steinweg
Klaus-Peter Gäbelein (Pseudonym: Klaus Bedä) ist ein deutscher Autor, Historiker, Kolumnist, Mundartdichter und Moderator mit einem Schwerpunkt auf fränkischer Geschichte und Brauchtum sowie fränkischer Mundart. Er ist der Verfasser zahlreicher Werke zu Themen der Regionalgeschichte Frankens, dem fränkischen Brauchtum, sowie von Schulbüchern. Seit 1981 schreibt Gäbelein regelmäßig Artikel für die Regionalteile der in Herzogenaurach (Mittelfranken) erscheinenden Tageszeitungen und seit 1992 die Glosse „Do dud dä fei deä Oäsch weh!

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