600-Jahr-Feier Teil 1

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Herzogenaurach(gä) Der 2. Weltkrieg war gerade einmal drei Jahre vorbei, da besannen sich die Herzogenauracher darauf, das Jubiläum der Erwähnung als Stadt gebührend zu feiern. Doch war die wirtschaftliche Situation alles andere als rosig: In ganz Deutschland lag die Versorgung mit dem Lebensnotwendigsten danieder, waren Lebensmittel rar, der Schwarzmarkt blühte. Wie sollte in dieser Zeit eine Feier organisiert werden, da das Lebensnotwendigste fehlte.

Die Verantwortlichen im Rathaus beschlossen daher, die Festivitäten um ein Jahr zu verschieben, nicht ohne den Hintergedanken, dass dann vielleicht eine neue Währung bessere Möglichkeiten der Finanzierung eines großen Fests ermöglichen würde.

Der frühere Bürgermeister Dr. Valentin Fröhlich, inzwischen Senator in der bayerischen Hauptstadt avancierte zum entscheidenden und wichtigsten Organisator des Fests von 1949. Bei ihm liefen die Fäden für das gesamte Programm zusammen, er wurde der Vater einer bemerkenswerten Festschrift und eines Heimatbuchs, das heute noch von der Qualität der wissenschaftlichen Beiträge lebt. Dank seiner Beziehungen konnten namhafte Wissenschaftler gewonnen werden, die einen Aufsatzband erstellten, der zu seiner Zeit seinesgleichen suchte. Mit den Professoren Dr. Theodor Mayer und Otto Meyer, mit Hans Hubert Hofmann, Otto Berninger  und den Volkskundlern Dr. Eduard Rühl und Valentin Fürstenhöfer sowie dem Herzogenauracher Heimatforscher Luitpold Maier konnte Dr. Fröhlich Mitarbeiter gewinnen, die exzellente Beiträge zur Herzogenauracher Geschichte lieferten. Schließlich trug Dr. Fröhlich durch mehrere Aufsätze seinen Teil  zum Gelingen des Druckwerks bei.

Die Anregung für ein großes Heimatfest kam bereits im Januar 1948 vom damaligen „Heimat- und Verschönerungsverein". Der Vorsitzende des nach dem Zusammenbruch wieder gegründeten Vereins, Ludwig Kurr, wandte sich schon am 12.Januar 1948 an den Stadtrat  mit der Anregung ein großes Fest anlässlich der 600sten Wiederkehr der ersten Stadterwähnung zu begehen.

Kurr schrieb damals: „Wir erstreben das Wiederaufblühen unseres Städtchens und seine Verbesserung und Verschönerung auf allen Gebieten, damit es nach und nach und noch mehr werde wie einst: Ein Schmuckkästchen der Fränkischen Lande".

Und Kurr führt weiter aus: „Das Jahr 1948 ist für unser Städtchen ein richtiges  Jubiläumsjahr; 1348, also vor 600 Jahren, wurde es zum ersten Mal urkundlich „STADT"  genannt. 1648 pflanzten unsere Ahnen die Zweimarterlinde zum Andenken an das Ende des 30-jährigen Krieges. 1848, also 200 Jahre später pflanzten andere die Freiheitslinden beim Siechenhaus im Weihersbach und an der heutigen Bahnhofstraße. 1898 wurde der Grundstein zum Liebfrauenhaus gelegt. Diese Zahlen sprechen von wichtigen Ereignissen aus der Geschichte unserer Heimat. Diese Daten geben uns Anlas, ein HEIMATFEST anzuregen und schon jetzt an die Vorbereitungen dafür zu gehen."

Und zuletzt regt Ludwig Kurr an, dass Herzogenaurach zu diesem Fest wieder „ein freundlicheres Bild bieten" sollte. 

                                                                            Klaus-Peter Gäbelein

Klaus-Peter Gäbelein
Autor: Klaus-Peter GäbeleinWebsite: https://de.wikipedia.org/wiki/Klaus-Peter_G%C3%A4beleinE-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Koordinator für den Steinweg
Klaus-Peter Gäbelein (Pseudonym: Klaus Bedä) ist ein deutscher Autor, Historiker, Kolumnist, Mundartdichter und Moderator mit einem Schwerpunkt auf fränkischer Geschichte und Brauchtum sowie fränkischer Mundart. Er ist der Verfasser zahlreicher Werke zu Themen der Regionalgeschichte Frankens, dem fränkischen Brauchtum, sowie von Schulbüchern. Seit 1981 schreibt Gäbelein regelmäßig Artikel für die Regionalteile der in Herzogenaurach (Mittelfranken) erscheinenden Tageszeitungen und seit 1992 die Glosse „Do dud dä fei deä Oäsch weh!

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