Büttenrede unseres 1.Vorsitzenden Dr. Eisenbart Fasching 2010

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Ich bin der Psycholog und Doktor Eisenbart,
kurier die Leut auf meine Art.
Ich heile Durchfall, Schmerzen,
und reparier gebroch´ne Herzen.´
Bekannt als bester Operatör
fällt mir das Heilen gar nicht schwer.
Mit seinem Kummer, seinen Sorgen,
kommt zu mir mancher: gestern, heute, morgen.

Erst heute kam da so ein Racker,

und sagte: Ich bin der German Hacker.
Die Schwindsucht plagt mich, bitte sehr,
mein Beutel und die Stadtkasse sind leer.
Das Regieren fällt mir zwar nicht schwer,
doch, wo nehm´ ich bloß die Gelder her.
Und mein Gewissen mich sehr plagt,
obwohl Sparmaßnahmen ich angesagt.

Den Heimatverein bat ich schon zur Kasse
Ich fand die Steinwegmiete Klasse.
Denn wenn die vom Verein dort ständig zechen,
dann können die auch tüchtig blechen.
Für Miete, Wasser, Strom und Gas
Soll´n die mal zahlen, das macht Spaß.
Die Stadt wird dadurch nicht belastet,
auch wenn der Gäbelein ausrastet.

Der Vorstand soll nicht laufend prahlen
von ständig höh´ren Mitgliederzahlen.
so lange der den Ölberg sponsert und Brunnen will,
Steht dessen Tatendrang nicht still.
Erhöht er den Beitrag im Verein,
so das das doch so schlimm nicht sein.

Drauf kam er zu mir mit Magenschmerzen,
hatt´ auch Probleme mit dem Herzen.
Das Radfahren half auch nicht mehr,
er trug an einer Last ganz schwer.
Und da kam er zu mir er, zu sein´m Doktor,
wie ein kaputter Bankdirektor.
Und sagte mir ganz unverdrossen:
Ich habe ein Problem mit den Genossen.
Die wissen alles viel, viel besser,
als Eberhard der Karpfenfresser.
Von der Sohle bis zum Scheitel,
ärgern mich Lohmaier und auch Eitel.

Das Landratsamt, das hätt´ ich gern gehabt,
das hab´ schon immer ich gesagt.
Doch diese Lümmel, diese Rowdys,
vermiesen den Erfolg mir, das ist gewiss.
Ins Fäustchen lacht sich Höchstadts Brehm,
denn dem ist sicher angenehm,
Wenn  man nicht üben kann bei Eis und Schnee,
am Übungsplatz vom ADAC,
dann gönn´ ich das Amt den Flacken nicht,
ich sag´s dem Hacker ins Gesicht.

So kam zu mir der Hacker German
Er sitzt vor mir wie ein gebrochner Mann.
Ich legt´ den Hacker auf die Couch,
er schrie ganz laut, schrie weh und autsch.
Ich sprach ganz leise auf ihn ein,
und sagte: Lass deine Sparmaßnahmen sein
Schau doch das Amtsblatt einmal an,
das bald man nicht mehr lesen kann.
Die Mitteilungen sind mager, spärlich
Das sage ich dir frei und ehrlich.
Nimm dir die Quertreiber zur Brust ,
dann macht das Regieren wieder Lust.

Als nächstes in die Sprechstund` kommt die Emmi Weiß,
die Kräuterhex´ wie jeder weiß.
Die Emmi kam mit großen Sorgen,
die blieben mir nicht lang verborgen:
Meine Jungs, die Musikanten schwächeln - weiß nicht warum
Für meine Musik ist das wirklich dumm.

Der Nagels Hanni will nicht mehr,
mit Widerwillen kommt der Ludwig her.
Johannes als Schulmaster
Lebt aus in Landshut seine Laster.
Und Konrad mit der Tuba groß
Spielt lieber Jazz, was mach´ ich bloß?

Als Doktor nehm´ ich die Bücher und ich gab
Der Emmi einen guten Rat:
Du solltest öfter mal relaxen
Und nicht von Ort zu Ort nur hetzen.
Leg´ dich doch auch mal auf den heißen Stein
Und lass die vielen Auftritt Auftritt (einfach) sein.
So umtriebig auf Dauer darfst du nicht sein
Sagt dir der Dr. Eisenbart, alias Vorstand Gäbelein.

Die Sprechstund´ war noch nicht vorbei,
es war noch nicht mal halber zwei.
Im Dreierpack sind dann erschienen,
drei Männer krank mit finstren Mienen.

Der Pfarrer Strack, der Nahr , der Rösner

Die drei Evangolen bettelten mich an,
ob der Heimatverein nicht helfen kann.
Den Schuster und den Ölberg fein
Hat doch gesponsert dein Heimatverein.
Der Kirchenbau, der frisst uns auf,
am Konto hab´n  wir nichts mehr drauf.

Da sind and en Falschen sie gekommen,
kein Blatt vorn Mund hab´ ich genommen:
In Babylon ein Turm einst stand,
ward auch gebaut von Menschenhand.
Ein solcher Turm aus Holzesschindel,
da packt beim Anblick mich als Doktor - selbst schon Schwindel.
Und drum herum dann ein Palast:
Wurd´ da nicht zuviel Geld verprasst.
Ich rat´ euch an, würd´ ihr gemäß am Boden bleiben,
dann würd´ die Kirchenkass´ nicht leiden.
Das rät´ der Doktor Eisenbart,
so wie der Heimatverein auf bescheid´ ne Art.

Kaum war´ n die Evangelen fort,
ein Burgstaller besuchte meinen Praxis Ort.
Die Leut´ , die hört man saudumm wafen
Der Nussel , der kann nicht mehr schlafen.
Seitdem, wie ihr schon wisst,
er nicht mehr Bürgermeister ist.
Wochenlang hat er gegrollt
Und mit der Partei er sehr geschmollt:
Wenn ich im Rathaus nichts mehr bin,
werf´ ich am Liebsten alles hin.
Zollhöfer Kurt, so heißt der schwarze Mann,
mit dem ´s der Walter gar nicht kann.

Der war einst Chef beim FCH,
doch plötzlich stand der Walter da:
Aus dem Verein wer´ ich was machen,
nicht wie der Zolli, halbe Sachen.
Und der Sobeck sagt ganz ungeniert,
wenn ihr den Nussel Walter kürt,
tret´ ich zurück ins hint´re Glied
und mach als 2. Vorstand mit.

Der Walter, der packt tüchtig an,
er ist ja auch ein g´ standner Mann.
Und als Psychiater hab´ ich ihm
Täglich sechs aufgeschrieb´n ,
doch sechs mit „ch", nicht mit X,
denn Letzteres, das bringt doch nix!

Ein Rezept hab´ ich noch ausgestellt,
für einen Arzt das Leichteste auf dieser Welt.
Lieber Walter, fahr´mittags mal nach Wachenroth
zum Murk, dann hast du bis zum Abendbrot,
als Feuerwehrler zu deiner Uniform
ne tolle Hose, die dich bringt in Form.
Und so kann man auch mit kleinen Sachen
Dem Walter Nussel Freude machen.

Kaum war der Nussel aus der Praxis drauß,
da kam ein Schäfer in mein Haus.
Der Bart ganz grau, das Haar zerzaust,
mich hätte fast vor ihm gegraust.
Bei Schnee und Kälte Pantoffel an den Füßen,
so tat der Arme mich begrüßen.

Ich dacht sofort, was will der Sandler hier
Und zeigt schon auf die Ausgangstür.
Doch siedend heiß fiel mir dann ein,
das muss der Grüne Müller sein.
Ich wollt´ noch nach ´nem Bader schrein,
das ließ wohlweislich ich dann sein.
Ich schickte ihn zum C & A,
weil ich dort Anzüg´ hängen sah.
Und weil ich viel Krawatten hab´
Eine schon gebundene ich ihm gab.

Doch insgeheim war ich ganz wild,
was gibt der Müller für ein Bild,
wenn er als Bürgermeister und Vertreter für die Stadt
offizielle Termine wahrzunehmen hat?

Und die Moral von der Geschicht
Geniere dich als Bürgermeister nicht,
gehst du zu einem Ehrengast
du dich gepflegt auch anzuziehen hast.

Zwei Damen dann mit weh und ach
Kamen zu mir ganz leis und ohne Krach. ´
Ich hob sogleich zum Sagen an,
der Frauenarzt ist nebenan.

Doch als die beiden ich so anguck,
merk ich, die eine die hat hohen Blutdruck.
Der Kopf ganz rot, kein gutes Zeichen,
der werd´ Tabletten ich wohl reichen.

Die andre mit ganz treuem Blick
An meinen Dackel denk´ ich gleich zurück.
Sie hebt mit sanfter Stimme an,
Herr Doktor, wir hab´n Probleme mit ´nem Mann,

Ich frag´ kann er sich nicht entscheiden
Für eine von euch holden Maiden?
Da lachen sie: Ach Doc, der Mann ist unser Vorstand
Ist in der ganzen Stadt bekannt.
Doch mit der Ordnung hat er´s nicht
Wir sagten ´s ihm schon ins Gesicht.

In unserm schönen Steinweghaus
Sieht´s manchmal recht zum Grausen aus.
Uns wird es langsam jetzt zu dumm,
denn überall lieg´n Sachen rum.
Verschreiben sie dem eine Kur
Beim Ordnungsamt doch bitte nur.

Ich sagt: Liebe Gundi Müller und liebe Christa Peetz,
hier am Rezeptblock deutlich steht´s:
wenn der nicht endlich Ordnung hält,
so wird ein Raum für ihn bestellt.
Drunt in Erlang, dort in der Hupfla,
da bringt man ihm die Ordnung nah.

So ging der Morgen schnell vorbei,
ich hab´ geschuftet fast für zwei.
Denn ein Psychiater hat es schwer,
wo nimmt denn die Geduld er her?
Doch ich bleib´ eben so auf meine Art
für euch der Doktor Eisenbart.

Helau!

Klaus-Peter Gäbelein
Autor: Klaus-Peter GäbeleinWebsite: https://de.wikipedia.org/wiki/Klaus-Peter_G%C3%A4beleinE-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
1. Vorsitzender Heimatverein Herzogenaurach
Klaus-Peter Gäbelein (Pseudonym: Klaus Bedä) ist ein deutscher Autor, Historiker, Kolumnist, Mundartdichter und Moderator mit einem Schwerpunkt auf fränkischer Geschichte und Brauchtum sowie fränkischer Mundart. Er ist der Verfasser zahlreicher Werke zu Themen der Regionalgeschichte Frankens, dem fränkischen Brauchtum, sowie von Schulbüchern. Seit 1981 schreibt Gäbelein regelmäßig Artikel für die Regionalteile der in Herzogenaurach (Mittelfranken) erscheinenden Tageszeitungen und seit 1992 die Glosse „Do dud dä fei deä Oäsch weh!

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