Oäsch 266

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Friseur

Herzogenauracher Geschichten 266

„Do dud dä fei deä Oäsch weh!“

Fragen eines nachdenklichen Franken, frei nach B.Brecht

Also die Gschichd, die wu iech eich heit derzell is desmol nedd vo mein Freind Heiner, sondern vo den Heiner sein Auchnschdernla, der Marachred und vo mein Bärbala. Die zwaa sen scho arch lang die besdn Freindinna, wu mer si neer vorschdelln kann. Die ham su wos wie an Weiberschdammdiesch, kardln midananner und manchsmoll verändern die aa die Weld. Manchsmoll heern die aa des Groos wachsn und die senn, wie mer su schee sochd immer „ap tu däät“.

                           Auf ihrn ledsdn Schdammdieschdreffn ham die Damen beschlossn. Däss mer nedd neer die Wohnung in an beschdimmdn Alder umrama misserd, sondern aa wos für sein Aißern, also für sein „Audfidd“dun misserd. Do hod die Marchared beschlossn: „Mir foärn eds amoll nei auf Närnberch und gehn amoll zu an gscheidn Frisör und lossn uns a neia Hoärfrisur machen, wall mer in unsern Elder scho a weng mehrer doo muss, däss mer nu addragdiv aussichd!“

Also senn die zwaa mid nu zwaa Freindinna mid Bus und Zuch nei in der Weldschdadt auf Närnberch gfoärn. Die Marchared hodd a aa Branschenbuch derbei ghabbd, wu die ganz Damenfrisör dringschdanna sänn. Dann sän die vier in der Noris ersch amoll nei in an Cafe und ham gschaud, zer welchn Boder sie eds geh wellerden. An die hunnerd Frisör und mehr woärn do dringschdanna: „Haaratelier, Haar-Spitze, Haarscharf, Creativo odder Vision 73“ woärn neer a boär Frisör, wu die gfunna ham.

Und die Maadli ham aa nu a scheene Underhaldung ghabbd, die wu immer anschrengender und lusdicher woärn is, wall vo der Herzi-Aurier Damen-Delegadion jede an „Biccollo“ drungn hodd. Mei Bärbala hodd nu mehra Damenschdudios gfunna und hodd weider vorglesn: ,Haar Genau, Alices Frisurenparadies, Kamm-Kunst, Haar-Studio,Studio Haarlekin, Schnittstelle“. Do is den Damen scho a wenig schwummeri woärn, walls do in den Närnberch ja su arch vill Salongs gebn dud.

Und dann ham die vier disgerdierd! „Naa, in den Loodn, der wu „Kaiserschnitt“ haaßn dud , do geh ich nedd nei, des hodd mir scho glangd, wu mei klaaner Kevin auf der Weld kumma is“, hodd die Marri, aana vo die vier gsochd. Und weider is die Suche ganga. Mei Bärbala hodd ffür „Schnipp-Schnapp“ blädierd. Obber do woärn die annern dagecher, „wall des hodd mer friehers neer zer die klaan Kinner gsochd“, hodd die Kuni gmaand, die wu in Hauadorf aufgwachsn is

Und die verde (4.) vo den Kleebladd, die „Schandall“ wu aus Breißn oder sunsd wu vo do droobn her is, hodd derfür blädiert, däss mer “ins „Estetica“, in die Haar-monie oder in den Cutting Club“ gehen sollerd, wall des doch “so sehr international und nach großer Welt klingt!“, su hodd die gsachd.

Und su is die Disgussion vo dennern vier immer weider ganga, ja fasd gschdriedn heddn die am End nu, wenns nedd nu a boär mer su Damen-Verschönerer in Närnberch drin gebn hedd.

Also hodd die Marchared nu mehr vuäglesn:“ Scherenschnitt, Haarspitze, Creatissima-Haardesign, Metamorphose, O´haara, Struwwelpeter und Stylissima“. Und bei jedn Nama hodds ´bei dennern vier a lebhafde Disgussion gebn, wu am stärgsden woär, wie si die ieber „Fachwerk Haare“ underhaldn ham. „Wennsd do rauskummsd, maana die Leit, du bisd scho a boär hunnerd Joär ald, su ald hald wie den Heimadverein sei Haisla in Staaweech, obber mir wolln doch a weng jünger ausschaua, däss si die Mannsbilder widder amoll nooch uns umdreha, wenn mir durchs Schdeedtla genga“, des woär der Kommendar vo der Schandall und der Kuni.

Und wall die vier dann nu Hunger grichd ham, ham die „sex mit scharfn Kree“ gessn, also sex su klaane Närnberchä Brodwärschdli, wusd du hungri aufschdeh dusd, wennsd ferdich bisd. Dann sen die am „Cutting Club“ vorbei, am „hair force“ und an „Alices Frisurenparadies“ und ham beschlossn, däss sie eds doch lieber widder in Herziaura zer ihrn Boder genga, wall die do wissen, wies hinder her, also „dernooch“, hergrichd woärn sen, wenns rauskumma.

Und wie die Marchared des alles ihrn Heiner derham derzelld hodd, hodd der grodnaus glachd und hodd neer gsochd „do dud mär fei deä Oäsch weh!“, wenn ich hör, wos sie die Boder alles für Nama eifalln lassn, neer, däss die Weibsbilder zer innern geh dun. Mir Mannsbilder braugn ka „Aphrodite“ und kann „Stylisten“, mir senn vo Ndur aus schee und alla boär Wochn lossn mir si die graua Hoär, wenn mer ieberhuabs nu Hoär ham „rooschneidn!“

Und wie gedd des bei eich meine Herrn ?

Iä sechd scho, Frogn ieber Frogn!

Klaus Bedä

Klaus-Peter Gäbelein
Autor: Klaus-Peter GäbeleinWebsite: https://de.wikipedia.org/wiki/Klaus-Peter_G%C3%A4beleinE-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
1. Vorsitzender Heimatverein Herzogenaurach
Klaus-Peter Gäbelein (Pseudonym: Klaus Bedä) ist ein deutscher Autor, Historiker, Kolumnist, Mundartdichter und Moderator mit einem Schwerpunkt auf fränkischer Geschichte und Brauchtum sowie fränkischer Mundart. Er ist der Verfasser zahlreicher Werke zu Themen der Regionalgeschichte Frankens, dem fränkischen Brauchtum, sowie von Schulbüchern. Seit 1981 schreibt Gäbelein regelmäßig Artikel für die Regionalteile der in Herzogenaurach (Mittelfranken) erscheinenden Tageszeitungen und seit 1992 die Glosse „Do dud dä fei deä Oäsch weh!

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