Oäsch 239

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Schambeinbverletzung

Herzogenauracher Geschichten 239

„Do dud dä fei deä Oäsch weh!"

Fragen eines nachdenklichen Franken, frei nach B. Brecht

Also die Gschicht, die wu ich eich heit derzell, is fei aa widder vo mein Freind Heiner, der wu a echder Frank is. Desmoll gedds um an ganz schwern Fall, bei den wu der Heiner in Middelbungd schdeh dud und aa a weng väoärschd woärn is.

Des Ganze woär su: Der Heiner is an Samsdooch zer uns, also zer seine Schdammdieschbrieder zern Hellers Hans neikumma, hodd obber gnabbd und woär ganz zwider. Er hodd a grandigs Gsichd gmachd und ford neer gschdeehnd , däss er su arche Schmerzen hodd. Und wall der su midleidi ausgschaud hodd, ham alle am Schdammdiesch den Heiner gfroochd, wos den denn felln dud.

Do hodd der Heiner ganz wehleidi gschaud und jammerd, däss er a schwere Krankheid hodd, die wu ganz selden is und die wu neer Schbidsenschbordler krieng. Do senn mir alle immer neigiericher woärn, bis der Heiner endli rausglossn hodd, wos er für a Krankheid hodd. „Wenn iä wissd, wos der Robben, der Fußboller vo die Bayern ghabbd hodd und wos den klan Götze vo Dortmund zwiggd, dann wissd iä, wos mir felln dud" , hodd der Heiner mid a schmerzverzuugna Gsichd gsochd.

"Ich hab a Schambeinendzündung"

Do ham si alle vo die Schdammdischbrieder ganz verleegn angschaud und zererschd goär nedd gwissd, wos sie soogn solln. Bis auf aamoll der Rudi gmaand hodd: „Du alder Depp hosd gwies zer vill Sex ghobbd ?", däss du su a Verledsung hosd.

Und dees woär nadierli der Schdichbungd zu aaner arch scheena Underhaldung, wu si alles neer um des Thema Nummer Eins gedrehd hodd. Jeder hodd ieber den Heiner sei Widsli gmachd und der Heiner hodd a knall rode Biern grichd und der Schwaaß hodd den auf der Schdiern gschdandn. Jeder hodd wissen wolln, wos der Heiner füä Übunga gmachd hodd mid seiner Marchared, däss er su a Krankheid odder su a Verledsung grichd hodd.

Und wie jeder sein Senft zern Heiner seiner Schambeinentzündung gebn ghabd hodd, is der Heiner aufgschdandn und hodd a Red ghaldn wie a Dogder odder wie a Professer. „Ihr Debbn" hodd der Heiner gsochd, „die Endzindung is heit dübbisch füä Leistungs- und Schbidsenschbordler, wenn die zervill dräniern. Die kann a jeder vo eich aa kriegn, wenn er zuvill Schbord machen dud wie iech. Ich hobb hald in ledsder Zeid  aweng arch vill jogging gmachd und bin zervill in Wald rumgrennd und hobb mi gschredschd- obber allaans und nedd mid an Weibsbild! Su a Endzindung kann a jeder vo eich Bledl aa krieng! Die Krankerd hassd „ostidis pubis" hodd mei Dokter gsochd und hodd nex mit Sex zer doo,  des kummd wergli neer von villn Laafn und Schdredschn und des kenna nedd neer junge Schbordler krieng, sondern aa mir alden Daggl"

Do ham mir eds fei a weng Midleid mid den Heiner grichd und wall die masdn scho in suwos senn wie in aaner Midleif-Krise, hodd eds fasd kaaner mehr ieber den Heiner und sei Sex-Lebn Widsli gmachd.

Der Heiner obber hodd sinnierd und nooch sein värdn Seidli hodd er neer nu gmaand: „Do dud mer fei deä Oäsch weh, wennsd sichsd, wiesd du wecher aaner su bleedn Krankheid ins Gredd kumma kannsd."

Und ich frooch mich, wos sochd eds den Heiner sei Marchred zu den Heiner seiner Schambeinverledsung?

Iä sechd scho, Frogn ieber Frogn!

                                                             Klaus Bedä

Klaus-Peter Gäbelein
Autor: Klaus-Peter GäbeleinWebsite: https://de.wikipedia.org/wiki/Klaus-Peter_G%C3%A4beleinE-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Koordinator für den Steinweg
Klaus-Peter Gäbelein (Pseudonym: Klaus Bedä) ist ein deutscher Autor, Historiker, Kolumnist, Mundartdichter und Moderator mit einem Schwerpunkt auf fränkischer Geschichte und Brauchtum sowie fränkischer Mundart. Er ist der Verfasser zahlreicher Werke zu Themen der Regionalgeschichte Frankens, dem fränkischen Brauchtum, sowie von Schulbüchern. Seit 1981 schreibt Gäbelein regelmäßig Artikel für die Regionalteile der in Herzogenaurach (Mittelfranken) erscheinenden Tageszeitungen und seit 1992 die Glosse „Do dud dä fei deä Oäsch weh!

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