Professor Hartmut Heller verstorben

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Erst zum Jahreswechsel hat der Heimatverein vom Tod von Professor Dr. Hartmut Heller erfahren.

Der Verstorbene (21.05.1941 - 21.04. 2020) war einer der ersten hochkarätigen Dozenten, die in der „Provinz“ zum festen Stamm jener Hochschullehrer gehörten, die ab den 70er Jahren den Veranstaltungskalender mit Vorträgen bereicherten.

Beim Studium der Publikationen zur Herzogenauracher Geschichte stieß ich als Nicht-Herzogenauracher auf seinen Namen. Er hatte es gewagt, ein heißes Eisen anzupacken und einen Vergleich zur Entwicklung der beiden Nachbarstädte Herzogenaurach und Höchstadt 1969 in einer Zulassungsarbeit zur wissenschaftlichen Prüfung für das Lehramt an den Gymnasien in Bayern anzupacken und zu veröffentlichen.

Gerne kam er immer wieder nach Herzogenaurach zu Vorträgen und er hat dabei das Publikum in seinen Bann gezogen. Hartmut Heller war nicht nur ein sehr volkstümlicher Referent, der in seinen Vorträgen über die Geschichte unserer beiden Städte und deren Entwicklung Stärken und Schwächen für jedermann verständlich darstellte, er war zu einem „Fan“ unseres Heimatvereins geworden und unterstützte uns mit Rat und Tat bei unserer Entwicklung durch Vorträge und neue Ideen.

Unvergessen sind heute noch seine Ausführungen zu seinem späteren „Spezialbereich“, nämlich über die Geschichte der sog. „Beutetürken“, die im Zuge der Kriege des Abendlandes gegen die „Muselmanen“ nach Europa verschleppt und christianisiert wurden. Ein Beispiel hierfür ist die Geschichte jenes Konvertiten, der in Hagenbüchach im benachbarten Landkreis Neustadt Aisch als evangelischer Geistlicher seinen christlichen Beruf ausübte.

Hartmut Heller war bei seinen Besuchen beim Heimatverein stets ein volkstümlicher Referent, der sich auch nach seinen offiziellen Auftritten sehr wohl bei uns gefühlt hat und im Anschluss danach die Nähe „seiner Heimatfreunde“ i m Steinweg zu genießen.

Hartmut Heller waren zahlreiche Ehrungen zuteil geworden:

Acht Jahre lang war es stellvertretender Vorsitzender des Frankenbundes und Träger des „großen Goldenen Bundesabzeichens des Frankenbundes“, engagierte sich jahrelang im Förderverein des Fränkischen Freilandmuseum Bad Windsheim

Für seine Verdienste und sein weitreichendes Wirken hatte er zahlreiche weiotere Auszeichnungen erhalten: so die „Medaille für vorbildliche Heimatpflege des Bayerischen Landesvereins für Heimatpflege“, den „Wolfram-von- Eschenbach-Kulturpreis“ des Bezirks Mittelfranken und 2007 war ihm das „Bundesverdienstkreuz am Bande“ verliehen worden.

„Unser Professor Hartmut Heller“ wird uns fehlen; er wird für uns und den Heimatverein Herzogenaurach unvergessen bleiben.

Klaus-Peter Gäbelein

Klaus-Peter Gäbelein
Autor: Klaus-Peter GäbeleinWebsite: https://de.wikipedia.org/wiki/Klaus-Peter_G%C3%A4beleinE-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Koordinator für den Steinweg
Klaus-Peter Gäbelein (Pseudonym: Klaus Bedä) ist ein deutscher Autor, Historiker, Kolumnist, Mundartdichter und Moderator mit einem Schwerpunkt auf fränkischer Geschichte und Brauchtum sowie fränkischer Mundart. Er ist der Verfasser zahlreicher Werke zu Themen der Regionalgeschichte Frankens, dem fränkischen Brauchtum, sowie von Schulbüchern. Seit 1981 schreibt Gäbelein regelmäßig Artikel für die Regionalteile der in Herzogenaurach (Mittelfranken) erscheinenden Tageszeitungen und seit 1992 die Glosse „Do dud dä fei deä Oäsch weh!

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