25 Jahre Emmi Weiß: Fetzige Musik, flotte Lieder und freche Sprüche

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SAM 3525 2Herzogenaurach. Hand aufs Herz, verehrte Leser: haben Sie schon einmal Emmi Weiß live erlebt? Mussten Sie sich auch die Tränen aus den Augen wischen ob der Lieder und fetzigen Sprüchen der umtriebigen Künstlerin.

Sie ist eine waschechte Fränkin, in Großhabersdorf im nahen Landkreis Fürth wuchs sie auf und sie fiel auch auf, weil sie das besitzt, was man im Fränkischen „a Goschn wie a Schwert“ nennt. Für Nichtfranken: eine scharfzüngige Zeitgenossin! Das spürt man spätestens dann, wenn „die Emmi“ in die Tasten greift und am Akkordeon ihre Zuhörer und deren Eigen- oder Besonderheiten besingt. “A „Göschla“ hodd sie scho, die Klaa“, so ein Zuhörer, und „des Göschla geht wie gschmiert“. Ihr fällt immer etwas ein, manchmal provozierend, aber niemals unter der Gürtellinie. Und bei all dem Applaus und all der Begeisterung, die sie Vermittelt: Emmi Weiß ist und bleibt bescheiden und zurückhaltend bei allen Ovationen gemäß ihrer Devise: „Des hätt´s fei nedd brauchd!“

Dabei ist sie eine echte „Autodidaktion“! Genauer gesagt: sie hat sich alles selbst angeeignet: das „Quetschnspieln“, das „Gsedsla singa“ – der Altbayer nennt solche „Gschdanzln“. Und beides versteht sie inzwischen perfekt. Entdeckt wurde sie in ihrer zweiten Heimat in Niederndorf und in Herzogenaurach, wo sie im Sportheim oder beim Hellers Hans in Herzogenaurachs guter Stube an manchen Stammtischabenden oder beim Kerwa Frühschoppen spontan zur Unterhaltung spielte und manch müde Wirtshausbrüder zum Mitsingen animierte. Stimmung ist auf alle Fälle immer angesagt, wenn Emmi Weiß in die Tasten greift.

Das brachte der fränkischen Stimmungskanone schließlich Auftritte in vielen Regionen Frankens, in Slowenien und in Kärnten. Mehrfach unterhielt sie zusammen mit dem Heimatverein, Thomas Fink und weiteren hiesigen Musikern und Sängern das Publikum in der Partnerstadt Wolfsberg. Wer weiß wie Emmis Laufbahn weitergegangen wäre, hätte sie das Angebot angenommen, bei der New Yorker Steubenparade zu spielen.

Vom Nürnberger Atrium Hotel bis in den Bayerischen Landtag, vom Musikantenstadl in Wachenroth bis zu Fernsehaufnahmen bei einer RTL-Show in Tuchenbach oder bei fränkischen Nachmittagen und ebensolchen Abenden im Redoutensaal in Erlangen hat sich die Stimmungskanone „Emmi“ einen Namen gemacht. Und auch in Bad Windsheimer Freilandmuseum ist Emmi Weiß gern gesehen. Die Rückblicke auf ihre musikalisch-künstlerische Laufbahn sind bisweilen so heiter, wie die Musikerin selbst! Beispiel gefällig? Bei einem Auftritt im Raum Lüneburg erhielt sie als Gage einen Sack bester Speisekartoffeln – auch nicht schlecht, wie sie im Nachhinein befunden hat.

Vielen Herzogenaurachern sind Emmis Auftritte bestens vertraut; schließlich ist sie seit einem Vierteljahrhundert dabei, wenn der Heimatverein in der Gaststätte Heller seinen Fasching abhält. Und solange der Verein den Schlossgraben für sein Muttertagsfest nutzen konnte, Emmi Weiß war immer mit dabei! Welch soziale Ader die Künstlerin besitzt, beweist die Tatsache, dass sie oftmals ohne Gage oder für „ein Butterbrot“ spielt, wie bei Seniorennachmittagen in der Stadt oder im Landkreis.

Oft wird die Jubilarin von „ihren Männern“ musikalisch begleitet. Mit „Hanni“ Nagel und seinen verschiedenen Mundharmonikas sowie mit Ludwig Spieß und seiner Teufelsgeige kannte man sie früher. Später kamen die Bläser Johannes Friedrich und der Alt-Erlanger Konrad Grasser dazu und inzwischen begleitet Fritz Rabenstein aus Schornweisach Emmi Weiß bei ihren Engagements.

Bei all diesem Talent hat die umtriebige Heilerin und Musikerin in den letzten Jahren auch noch ihre kabarettistische Ader entdeckt. Am 21. September startet sie mit ihrem neuen humoristisch musikalischen Wirtshauskabarett „..wenn ich des vorher gwissd hädd…!“ in der Kulturkneipe „Zum Schwarzen Adler“ in Frauenaurach. Weitere Gastspiele in Mittelfranken folgen. Sie sind dem Flyer zu entnehmen, der in der „Kräuterhexe“ in Herzogenaurach ausliegt.

Ist für Emmi Weiß ein Leben ohne Musik denkbar? Eigentlich nicht - Musik und Unterhaltung sind bei ihr Charaktersache: Was gibt es Schöneres, als Menschen zum Lachen zu bringen!? Denn: „Das Leben ist ernst genug“, so Emmi Weiß. Und das spürt man auch, wenn man sie in ihrem erlernten Beruf als medizinisch-technische Angestellte und Heilpraktikerin in ihrer Praxis erlebt, in der“ Kräuterhexe“ im hiesigen Steinweg 7, wo sie ihren Patienten auch mit Akupunkturen und Fußreflexmassagen zu deren voller Zufriedenheit immer wieder auf die Beine hilft.

Klaus-Peter Gäbelein
Autor: Klaus-Peter GäbeleinWebsite: https://de.wikipedia.org/wiki/Klaus-Peter_G%C3%A4beleinE-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
1. Vorsitzender Heimatverein Herzogenaurach
Klaus-Peter Gäbelein (Pseudonym: Klaus Bedä) ist ein deutscher Autor, Historiker, Kolumnist, Mundartdichter und Moderator mit einem Schwerpunkt auf fränkischer Geschichte und Brauchtum sowie fränkischer Mundart. Er ist der Verfasser zahlreicher Werke zu Themen der Regionalgeschichte Frankens, dem fränkischen Brauchtum, sowie von Schulbüchern. Seit 1981 schreibt Gäbelein regelmäßig Artikel für die Regionalteile der in Herzogenaurach (Mittelfranken) erscheinenden Tageszeitungen und seit 1992 die Glosse „Do dud dä fei deä Oäsch weh!

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