Studienfahrt Ummerstadt

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IMGP2554Heimatverein auf Fahrt

Herzogenaurach. Die kleinste Stadt Thüringens und gleichzeitig die zweitkleinste Stadt Deutschlands war das Ziel einer Studienfahrt des Heimatvereins am vergangenen Wochenende. Die Rede ist von UMMERSTADT südlich von Hildburghausen (Landkreis HBN) und im südthüringischen Becken gelegen. Ähnlich wie Herzogenaurach hat der Ort im Mittelalter das Stadtrecht bekommen, hat es behalten, obwohl das Städtchen im Laufe der Jahrhunderte zwar gewachsen aber auf Grund seiner unmittelbaren Lage zur innerdeutschen Grenze nach 1949 von 1000 unter 500 Einwohner geschrumpft ist.

1319 waren dem Städtchen die Stadtrechte verliehen worden; danach lag es im Spannungsfeld der Landgrafen von Thüringen und der Markgrafen von Meißen. Im 30-jährigen Krieg brandschatzten die Truppen Wallensteins den Ort, der sich erst im 18. Jahrhundert erholte aber immer seine Stadtrechte behalten hat und durch seine Töpferwaren bekannt wurde. Nach Gründung der DDR kümmerte der kleine Ort vor sich und litt unter der Grenzziehung unmittelbar an der Grenze zum Westen gelegen. Der Ort verkümmerte infolge der deutsch-deutschen Teilung auf seine jetzige Größe und stellt heute ein bauliches Kleinod nahe der Landesgrenze zu Bayern dar.

Das Besondere an dem verträumten kleinen Ort ist sein einheitliches Stadtbild: schmucke Fachwerkhäuser, gut erhalten und seit der politischen Wende bestens restauriert, zieren den gesamten Ort, der heute von einer parteilosen Bürgermeisterin und sechs Gemeinderäten regiert wird.

Nur wenige Kilometer entfernt liegt die Stadt Hildburghausen. Ähnlich wie in Erlangen nahm man hier nach 1700 hugenottische Glaubensflüchtlinge auf. Wie viele kleine Städte in Thüringen leistet sich Hildburghausen auch heute noch ein eigenes Theater. Der Ort ist zudem eng mit der bayerischen Geschichte verbunden: Therese, eine Tochter des örtlichen Herzogshauses heiratete 1810 den Bayernherzog Ludwig, den späteren König Ludwig I. Diese Theresienwiese ist heute noch Schauplatz des traditionellen Münchner Oktoberfestes. Das Ganze ist der auch der Anlass, in Hildburghausen jährlich ein Theresienfest, eine Miniausgabe des Münchner Festes zu feiern.

Letzter Höhepunkt der Studienfahrt des Heimatvereins war der Besuch des Deutschen Burgenmuseums auf der Heldburg in Bad Colberg-Heldburg. Auf der Heldburg konnte die Herzogenauracher Reisegruppe einen nachhaltigen Eindruck gewinnen, wie Burgen gebaut wurden, wer auf Burgen wohnte und wie man dort lebte, schließlich waren die deutschsprachigen Länder Europas einst mit 25 000 Burgen übersät, die heute teilweise nur noch als Ruinen von der mittelalten Geschichte und Bedeutung künden, aber immer noch einen großen Reiz auf Geschichtsinteressierte ausüben. Rüstungen, Waffen, Möbel und Geschirr, Modelle unterschiedlichster Burgen geben hier Eindrücke vom Leben auf Burgen im Mittelalter und in der frühen Neuzeit. Das Burgenmuseum veranschaulicht zudem, wie sich das Leben auf einer Burg vom Mittelalter bis heute verändert hat, schließlich sind zahlreiche Burgen bis heute immer noch bewohnt.

Klaus-Peter Gäbelein

 

Die kleinsten Städte Deutschlands nach ihrer Einwohnerzahl:18 von ihnen liegen in Bayern, 17 zählt man in Thüringen und 13 liegen in Brandenburg. Hier die Reihenfolge: 1. Arnis in Schleswig-Holstein 284 Einwohner, 2. Ummerstadt in Thüringen 461 E., 3. Neumark in Niedersachsen 564 E……als die kleinsten Städte Bayerns folgen Rothenfels/Main (Platz 11 mit 1013 E.), Kupferberg bei Kulmbach 1049 E. auf Platz 13, Lichtenberg im Landkreis Hof (Platz 14 mit 1051 E.) und Neustadt am Kulm im Landkreis Neustadt Waldnaab (1105 E.9 auf Platz 18).

Klaus-Peter Gäbelein
Autor: Klaus-Peter GäbeleinWebsite: https://de.wikipedia.org/wiki/Klaus-Peter_G%C3%A4beleinE-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
1. Vorsitzender Heimatverein Herzogenaurach
Klaus-Peter Gäbelein (Pseudonym: Klaus Bedä) ist ein deutscher Autor, Historiker, Kolumnist, Mundartdichter und Moderator mit einem Schwerpunkt auf fränkischer Geschichte und Brauchtum sowie fränkischer Mundart. Er ist der Verfasser zahlreicher Werke zu Themen der Regionalgeschichte Frankens, dem fränkischen Brauchtum, sowie von Schulbüchern. Seit 1981 schreibt Gäbelein regelmäßig Artikel für die Regionalteile der in Herzogenaurach (Mittelfranken) erscheinenden Tageszeitungen und seit 1992 die Glosse „Do dud dä fei deä Oäsch weh!

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