Bei römischen Kohorten und dem heiligen Willbald

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eichstaettHerzogenaurach. Die jüngste Studienfahrt des Heimatvereins führte ins malerische Altmühltal. Die Kloster- und Bischofsstadt Eichstätt und das Römerkastell Pfünds standen im Zentrum der ganztägigen historischen Exkursion.

Eichstätt, rund 1300 Jahre alt, ist Sitz der einzigen katholischen Universität. Rund 5000 Studenten zählt man hier zusammen mit der benachbarten Außenstelle in Ingolstadt; dabei ist die Theologie freilich ins Hintertreffen geraten. Das Stadtbild ist noch immer geprägt von zehn Kirchen und zahlreichen Klöstern.

Bei einem historischen Rundgang tauchten die Reiseteilnehmer ein in die Welt des Mittelalters und in die prunkvollen Bauepochen der Gotik und des Barockzeitalters. Letztere hat vor allem das Stadtbild mit seinen prächtigen Bürgerhäusern und der Residenz geprägt. Immer und überall präsent sind die Namen der drei iro-schottischen Glaubensboten Walpurga, Wunibald und vor allem des heiligen Willibald, die das christliche Eichstätt und seine Geschichte seit dem 8. Jahrhundert geprägt haben, wie der Willibaldsdom oder die Walburgiskapelle. Auch heute noch zählt der Vorname „WillI“ mit zahlreichen Abwandlungen zu den beliebtesten männlichen Vornamen in der Stadt.

Auch wenn Eichstätt heute im Regierungsbezirk Oberbayern liegt, so gehörte es vor 1800 dennoch zum fränkischen Reichkreis. Dunkle Zeiten erlebte die Stadt im 30jährigen Krieg und in der Folge mit üblen Hexenverfolgungen, gehörte schließlich nach 1800 zum Fürstbistum Salzburg, bevor es 1805 endgültig bayerisch wurde. Stolze Bürgerhäuser prägen neben Kirchen und Klöstern noch heute das Stadtbild und künden vom Reichtum der Stadt, der bis heute angehalten hat, denn im Raum Eichstätt gibt es Vollbeschäftigung und nur eine minimale pro Kopf Verschuldung. Beim historischen Stadtrundgang konnte sich die Herzogenauracher Reisegruppe im Spiegelsaal der Residenz oder im Dom mit seinen gotischen Kunstwerken ein Bild von der Blüte Eichstätts machen.

Hoch über der Stadt thront die Willibaldburg. Sie ist das eigentliche Wahrzeichen Eichstätts. Hierher konnten sich die Bischöfe in Kriegszeiten wohlgeborgen zurückziehen. Neben dem prähistorischen Museum lockt hier ein barocker Garten die Besucher an.

Doch Eichstätt und sein Umfeld haben auch ein großes römisches Erbe zu bieten. 15 v. Chr. Begannen die Römer sich nördlich der Alpen festzusetzen und gründeten zur Sicherung ihrer Grenze eine Reihe von Holz-Erdkastellen. Pfünz, nur acht Kilometer vor den Toren Eichstätts war eines dieser Lager, das der Heimatverein besichtigte. Auf einer Fläche von etwa vier Fußballfeldern entstand oberhalb der Altmühl ein Militärlager für 480 Fußsoldaten inklusive Bogenschützen und „Schleuderern“ sowie für 128 Reiter. Beim Gang durch das Lager und über die wieder hergestellte Kastellmauer konnten die Besucher sich in das Lagerleben um 200 n. Chr. zurückversetzen.

Gä.

Klaus-Peter Gäbelein
Autor: Klaus-Peter GäbeleinWebsite: https://de.wikipedia.org/wiki/Klaus-Peter_G%C3%A4beleinE-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
1. Vorsitzender Heimatverein Herzogenaurach
Klaus-Peter Gäbelein (Pseudonym: Klaus Bedä) ist ein deutscher Autor, Historiker, Kolumnist, Mundartdichter und Moderator mit einem Schwerpunkt auf fränkischer Geschichte und Brauchtum sowie fränkischer Mundart. Er ist der Verfasser zahlreicher Werke zu Themen der Regionalgeschichte Frankens, dem fränkischen Brauchtum, sowie von Schulbüchern. Seit 1981 schreibt Gäbelein regelmäßig Artikel für die Regionalteile der in Herzogenaurach (Mittelfranken) erscheinenden Tageszeitungen und seit 1992 die Glosse „Do dud dä fei deä Oäsch weh!

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