FC Herzogenaurach 5

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Der 1.FC Herzogenaurach als Kaderschmiede für Fußballprofis

 

 

Herzogenaurach. 100 Jahre wird er in diesem Jahr, der älteste Fußballclub der Stadt, der 1.FC 1916. Über Erfolge, aber auch über weniger erfolgreiche Jahre haben wir berichtet. Dennoch spielte der Club immer eine bedeutende Rolle in der Region und von jeher strengten sich Vereine im Landkreis, aber auch im Nürnberg-Fürther Umland besonders an, wenn es galt, die „Schuhstädter“ oder die „PUMA-Mannschaft“ zu besiegen.

 

Das war gar nicht immer einfach, denn die Mannschaft in der blau-weißen Spielkleidung verfügte immer über hervorragende Einzelkönner, die sich in das Mannschaftsgefüge bestens eingliederten. Sie waren keine Stars im heutigen Sinn, aber sie stachen dank ihrer überragenden Qualitäten heraus und einige spielten in höheren Ligen, bis hinauf in den Profibereich in der einstigen Oberliga, auch in der späteren 2. Liga oder sogar in der Bundesliga.

 

 

 

Eröffnen wir den Reigen der Spitzenfußballer beim FC mit dem 1. Nationalspieler von der Aurach, mit Baptist Reinmann. Den pfeilschnellen Außenstürmer, technisch hoch beschlagen, verpflichtete der 1.FC Nürnberg schon 1925. Zusammen mit der Nürnberger Torhüterlegende „Heiner“ Stuhlfauth wurde der spätere Finanzbeamte Reinmann 1927 Deutscher Fußballmeister. Der Herzogenauracher brachte es auf vier Länderspiele und wurde 1928 in das Olympiaaufgebot für die Spiele in Amsterdam berufen. Nach 281 Spielen für den Nürnberger Club zog er sich wegen einer Achillessehnenveletzung vom Leistungssport zurück.

 

 

Nicht weniger erfolgreich war in den 50-er und 60-er Jahren Josef „Joe“ Zenger. 

 

Der Höhepunkt in der Karriere des laufstarken Mittelfeldspielers war die Deutsche Meisterschaft 1961 beim 3:0 Erfolg der Cluberer über Borussia Dortmund. Außerdem gab es sechs Einsätze mit den Nürnbergern in Europacup-Spielen. Als Trainer beim FCH und in der Region war der „Joe“ ein gefragter Fußballexperte, der selbst mit 39 Jahren zuletzt in Diespeck einen überzeugenden Libero spielte.

 

 

Wenige Jahre später machte ein weiteres FCH-Talent von sich reden: Herbert „Nickl“ Ammer. Vom 1.FC Nürnberg wechselte der dribbelstarke „weiße Brasilianer“(Zitat aus der lokalen Presse nach einem Freundschaftsspiel gegen eine brasilianische Mannschaft) zum Ballspielclub Augsburg (BCA) und ab 1963 trug er 300mal das weinrote Trikot von SSV Reutlingen in der Oberliga Süd und in der 2. Liga. Seine 58 Tore bedeuten dort heute noch Vereinsrekord.

 

 

Harald Benedikt „Benno“ Schuster kam als Jugendlicher aus Weisendorf zum Herzogenauracher FC. Der gebürtige Weingartser wechselte zunächst zu den Amateuren des 1.FCN , kam zurück an die Aurach, reifte hier weiter und erhielt dann vom legendären Trainer „Tschik“ Cajkowski einen Profivertrag für die 2. Liga. Und hier treffen wir auf die Duplizität der Ereignisse: Benno Schuster scheiterte mit dem Nürnberger Club so wie unlängst der FCN im Kampf gegen die Frankfurter Eintracht. Vorbei war es mit Aufstieg ins Fußballoberhaus.

 

Zurück an der Aurach stieg „Benno“ Schuster noch zweimal mit der 1.FC Herzogenaurach in die Bayernliga auf, bevor er mit 32 Jahren die Fußballschuhe an den Nagel hängte.

 

 

Schon vor ihm und auch nach ihm hatten Herzogenauracher Fußballer ihr Glück im Profigeschäft versucht, mehr oder weniger erfolgreich: Konrad „Korla“ Schiffer (1, FCN und Schwaben Augsburg), Günter „Gi“ Grumann (1. FCN und Bayern Hof), „Fridolin“ Friedemann Paulick (1.FCN und Holstein Kiel) und schließlich Ulli Schauberger, Lutz Braun sowie Rudi Litz.

 

 

Der gebürtige Erlanger Torhüter Schauberger folgte seinem Trainer Franz Brungs vom Herzogenaurach FC an den Bieberer Berg nach Offenbach, studierte daneben Sport und Englisch und landete letztlich als Sportexperte bei der BILD-Zeitung.

 

Das Herzogenauracher Eigengewächs Lutz Braun, lange Zeit im Zweifel, ob er beim Basketball oder doch lieber im Fußballsport seine sportliche Zukunft sehen sollte, entschied sich schließlich für den Fußballsport. Über Viktoria Aschaffenburg, die Spvvg. Unterhaching landete er bei den Münchner Löwen, stieg mit diesen von der Bayernliga bis in die Bundesliga auf, fiel dann bei Trainer Lorant in Ungnade und beendete seine Laufbahn beim Nürnberger Club und zuletzt in Dresden (37 Einsätze in der 2. Liga). Über den Sportsender DSF kam er zum HR (Hessischen Rundfunk), bei dem er heute noch in der Sportredaktion tätig ist.

 

 

Bleiben zum Schluss in der Betrachtung ehemaliger großer Herzogenauracher Fußballer noch die Eigengewächse Rudi Litz und Lothar Matthäus. Über Letzteren, den Rekordnationalspieler und Weltfußballer berichten ganze Sportbücher. Sein Mannschaftskollege Rudi Litz, inzwischen wieder bei seinem Stammverein in Herzogenaurach, spielte in der 2. Liga in Bayreuth und beendete seine aktive Laufbahn bei den Kleeblättern in Fürth.

 

Als sportlicher Leiter beim 1.FC Herzogenaurach ist er zuversichtlich, dass die junge spielstarke Mannschaft im Jubiläumsjahr 2016 den Aufstieg in die Bezirksliga schaffen wird.

 

 

Klaus-Peter Gäbelein

 

Klaus-Peter Gäbelein
Autor: Klaus-Peter GäbeleinWebsite: https://de.wikipedia.org/wiki/Klaus-Peter_G%C3%A4beleinE-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
1. Vorsitzender Heimatverein Herzogenaurach
Klaus-Peter Gäbelein (Pseudonym: Klaus Bedä) ist ein deutscher Autor, Historiker, Kolumnist, Mundartdichter und Moderator mit einem Schwerpunkt auf fränkischer Geschichte und Brauchtum sowie fränkischer Mundart. Er ist der Verfasser zahlreicher Werke zu Themen der Regionalgeschichte Frankens, dem fränkischen Brauchtum, sowie von Schulbüchern. Seit 1981 schreibt Gäbelein regelmäßig Artikel für die Regionalteile der in Herzogenaurach (Mittelfranken) erscheinenden Tageszeitungen und seit 1992 die Glosse „Do dud dä fei deä Oäsch weh!

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