FC Herzogenaurach 4a

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Ab 1960 zu ungeahnten Höhen

 

 

Herzogenaurach. Mit dem Beginn der 60-er Jahre ging es beim Fußballclub aufwärts – und zwar in jeder Beziehung. Fünf Jahre lang arbeitete man am Ausbau des FC-Geländes. Der Aufgang vom Weihersbach her wurde ausgebaut, das Spielfeld ausgebessert nebst Stehrängen für die Zuschauer, der sog. B-Platz (heute das Kunstrasenfeld) wurde für 34 000 DM  erworben und rechtzeitig zum 50-jährigen Jubiläum wurde das Clubheim saniert.

 

Sportlich gehörte die 1. Mannschaft zu den stärksten Teams in der damaligen Bezirksliga. Die Namen der Spieler kannte damals jeder im Städtchen: Krüger, Braun, Mauser, Müller, Galster, Lehner, Kaschenruther, Tusche, Graf und  Ruhmann. Das schönste Geschenk zum 50-Jährigen machte sich die Mannschaft selbst mit dem Aufstieg in die Landesliga.

 

Als man zwei Jahre später wieder absteigen musste, verkündete der neue Spielausschussvorsitzende „Sepp“ Dietrich, dass sein Arbeitgeber, PUMA- Miteigentümer Armin Dassler, den FC künftig finanziell unterstützen werde. Das Ziel sollte der Aufstieg des Vereins in die oberste Amateurspielklasse, die Bayernliga, sein.

 

1969/70 wurde das ersehnte Ziel tatsächlich erreicht: der Herzogenaurach spielte künftig in der Bayernliga, der damals dritthöchsten deutschen Spielklasse.

 

Der Aufstieg hatte einen erheblichen Mitgliederzuwachs zur Folge und außerdem stiegen die Zuschauerzahlen bei den Heimspielen. Man war stolz auf 676 FC-Mitglieder und auf häufig 1 000 oder mehr Besucher bei den Heimspielen. Um bessere Trainingsbedingeungen zu erreichen, wurde der B-Platz zu einem funkionsfähigen Sportplatz ausgebaut, mit Flutlichtanlage -  und das gesamte FC-Gelände nach dem PUMA-Firmengründer „Rudolf-Dassler-Sportgelände“ benannt.

 

In den Folgejahren profitierte der hiesige „Club“ dank des Sponsorings durch PUMA von der Verpflichtung namhafter Ex-Profis aus Nürnberg und Fürth. Der ehemalige Libero der Nationalmannschaft „Nandl“ Wenauer kickte zusammen mit dem einst in Schottland spielenden Torhüter „Gerry“ Neef , dazu kamen die Stürmer Ebenhöh, Knopf und der Kämpfer im Mittelfeld Franz Zimmert. Ergänzt wurde diese Mannschaft mit hervorragenden eigenen Spielern aus Herzogenaurach und Umgebung.

 

 

Dass mit „gekauften“ Ex-Profis nicht unbedingt der Erfolg einkehrt, musste der Verein in der Folge erfahren. Der FC, bald nur noch als „PUMA-Mannschaft“ in Bayern tituliert, erwies sich in der Folge als eine „Fahrstuhlmannschaft“. Nach vier Bayernligajahren ging es für drei Spielzeiten hinab in die Landesliga, ab 1975 folgten mit Unterbrechung wieder Jahre in der Bayernliga und ab 1988 war es dann vorbei mit der höherklassigen Fußballherrlichkeit am oberen Weihersbachgelände. Es folgte sogar der tiefe Absturz bis in die Kreisklasse (frühere B-Klasse): statt gegen Münchner Vereine, statt gegen Passau, Regensburg oder Augsburg kickte man jetzt gegen Niederlindach, Frauenaurach oder die 2. Mannschaften der Erlanger Vereine.

 

Inzwischen hat sich der FC mit einer qualifizierten Jugendarbeit und dem  gezielten Einbau eigener Nachwuchsspieler wieder im Amateurbereich etabliert. Nach dem unglücklichen Abstieg 2015 schnuppert die Mannschaft derzeit am Aufstieg in die Bezirksliga, der dem Tabellenführer mit seinem engagierten Spielertrainer Jakob Karches bei ausstehenden vier Spielen gelingen sollte.

 

             Nicht nur beim FC-Senioren-Stammtisch, der sich jeweils dienstags im Clubheim trifft, erinnert man sich gerne der erfolgreichen Zeiten vor der Jahrtausendwende. Da erzählt man sich Legenden von erfolgreichen Trainern, wie Adi Knoll, Hans Nowak (Nationalspieler für Schalke und Bayern), „Goldköpfchen“ Franz Brungs (Dortmund und 1. FCN) oder Dieter Nüssing (1.FCN und Hertha BSC). Man schwärmt von großartigen Talenten, die Jugendleiter „Rammy“ Walter Karnoll aufgebaut hat und die den Weg bis in 1. und 2. Bundesliga geschafft haben wie Benno Schuster, Rudi Litz oder Deutschlands Rekordnationalspieler und Weltfußballer Lothar Matthäus. Und man vergisst auch nicht die „Wasserträger“ der großen Mannschaften: Rudi Kolb, Fred Peter, Josef Polster, Franz Ertl , Dieter Strobl, später Lutz Braun oder Torhüter Uli Schauberger sowie Mittelstürmer Hermann Hofmann, der es in der Bayernliga auf 31 Treffer brachte.

 

Schöne, alte Fußballherrlichkeit an der Aurach, als man im Lokalderby vor mehr als 2 000 Besuchern gegen den ASV siegte oder den Tabellenführer, die Spvvg. Bayreuth vor über 4 000 Besuchern am Clubplatz nach einem 2:0 Rückstand noch mit 3:2 besiegte und zurück in die Wagner-Stadt schickte.

 

 

Klaus-Peter Gäbelein

 

Klaus-Peter Gäbelein
Autor: Klaus-Peter GäbeleinWebsite: https://de.wikipedia.org/wiki/Klaus-Peter_G%C3%A4beleinE-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
1. Vorsitzender Heimatverein Herzogenaurach
Klaus-Peter Gäbelein (Pseudonym: Klaus Bedä) ist ein deutscher Autor, Historiker, Kolumnist, Mundartdichter und Moderator mit einem Schwerpunkt auf fränkischer Geschichte und Brauchtum sowie fränkischer Mundart. Er ist der Verfasser zahlreicher Werke zu Themen der Regionalgeschichte Frankens, dem fränkischen Brauchtum, sowie von Schulbüchern. Seit 1981 schreibt Gäbelein regelmäßig Artikel für die Regionalteile der in Herzogenaurach (Mittelfranken) erscheinenden Tageszeitungen und seit 1992 die Glosse „Do dud dä fei deä Oäsch weh!

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