Ganzkörperscanner fürs Rathaus

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Herzogenaurach Kaum liefen am Dienstag dieser Woche die Meldungen über den Äther, dass das Amtsgericht Memmingen den Deutsch-Libanesen Khaled el Masri zu zwei Jahren Haft verurteilt hat, da schrillten im Herzogenauracher Rathaus bereits die Alarmglocken in Sachen Sicherheit für Bürgermeister, Angestellte und Stadtrat.

Bekanntlich hatte el Masri im September 2009 in Neu Ulm Oberbürgermeister Gerald Noerenberg (CSU) in dessen Dienstzimmer tätlich angegriffen und ihm ein Fingerglied gebrochen.

„So etwas wie Neu Ulm soll in Herzogenaurach nicht passieren", so ein Sprecher im hiesigen Rathaus. In Absprache mit dem Stadtkämmerer, mit Verwaltungsleiter Höfler und den Fraktionssprechern des Stadtrats hat Bürgermeister German Hacker (SPD) sofort gehandelt. „Wir werden in den nächsten Tagen im Rathaus unmittelbar neben der Pforte einen so genannten Ganzkörper- oder Body-Scanner installieren lassen, um absolute Sicherheit für alle Beschäftigten zu garantieren", so Bürgermeister Hacker in einer Zusatzerklärung.

Offenbar fürchtet man im Rathaus, dass infolge der neuen Abwasserregelung des Stadtrats erregte Bürger verstärkt ihren Unmut durch aggressive Auftritte in den Amtszimmern kundtun.

Der Scanner, von einem bekannten Erlanger Großunternehmen entwickelt, zeigt jegliche Art von Waffen an, die verdeckt am Körper getragen werden. Für die Rathausbesucher bedeutet das, dass sie beim Gang in die Stadtkasse oder zu den Behördenzimmern in den oberen Stockwerken durchleuchtet werden.

„Das Ganze ist absolut ungefährlich und dient nur der allgemeinen Sicherheit, es dient wirklich nur dem Schutz aller Beschäftigten", beruhigt Hacker beim Pressegespräch. Der Bürgermeister vermied dabei bewusst den in der Öffentlichkeit oft missverstandenen Begriff „Nackt-Scanner".

Das Gerät wird im Eingangsbereich unmittelbar neben der Pforte installiert. Gerhard Freudenberger, Chef über die Telefonanlage, der bisher die eingehenden und ausgehenden Passanten immer nur äußerlich observieren konnte, wird künftig also sein geschultes Auge vor allem auf Metallgegenstände richten, die versteckt am Körper getragen werden. „Alles Andere hat ihn nicht zu interessieren. Selbstverständlich wird er vereidigt und auf vollste Diskretion eingeschworen", so Bürgermeister German Hacker.

Auf die Kosten angesprochen, verteidigt Hacker die Anschaffung. „Sie liegen im mittleren fünfstelligen Bereich und werden von den Herzowerken übernommen, die ein solches Gerät eventuell auch im Eingangsbereich des Atlantis einsetzen wollen.

                                                               PG

Klaus-Peter Gäbelein
Autor: Klaus-Peter GäbeleinWebsite: https://de.wikipedia.org/wiki/Klaus-Peter_G%C3%A4beleinE-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
1. Vorsitzender Heimatverein Herzogenaurach
Klaus-Peter Gäbelein (Pseudonym: Klaus Bedä) ist ein deutscher Autor, Historiker, Kolumnist, Mundartdichter und Moderator mit einem Schwerpunkt auf fränkischer Geschichte und Brauchtum sowie fränkischer Mundart. Er ist der Verfasser zahlreicher Werke zu Themen der Regionalgeschichte Frankens, dem fränkischen Brauchtum, sowie von Schulbüchern. Seit 1981 schreibt Gäbelein regelmäßig Artikel für die Regionalteile der in Herzogenaurach (Mittelfranken) erscheinenden Tageszeitungen und seit 1992 die Glosse „Do dud dä fei deä Oäsch weh!

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