Oäsch 265

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Herzogenauracher Geschichten

 

 

„Do dud dä fei deä Oäsch weh!“

 

 

 

Fragen eines nachdenklichen Franken, frei nach B.Brecht

 

 

Also die Gschichd, die wu iech eich heid derzell, is amoll widder vo mein Freind Heiner und desmoll aa vo den Heiner sein Enkerla, den klann Gerch.

 

 

Der Gerch mit seine zehr, elf Joär fängt scho a weng des buberdiern oh und lessd si von seine Erzeucher und aa von sein Obba und seiner Omma nimmer alles soong. Obber iech muss eich derzelln wos do zerledsd alles gloffn is: Der Gerch und seine Freind ham in Summer beschlossn, däss si eds aufs Schymbansium gen, wall si amoll schdudiern wolln.

 

An der Summerkerwa woärn die Bärschli beiannanner und ham den Ieberdridd gfeierd. Der Gerch hodd an der Summerkerwa vier Broodwärschd, an Döner und su a Dschewabdschidschi mid vill Knuberla neighaud.

 

Wall er Dorschd grichd hodd, hodd der dann von sein Obba seiner Mooß a boärmoll gscheid ahzuugn und fesd drungn. Dannoch woärs den su arch schlechd, däss der gscheid gschbiea hodd und däss den Bubn drei Dooch schlechd woär.

 

Doo hodd der Gerch beschlossn, däss er wie zwaa ooder drei vo seine Freind eds Vegedarier wern dud. Doo hodd der Bu dann den Obba Heiner derklärd, däss des doch eichendli a Sind is, wenn Viecher neer desderwegn gschlachd wern, däss sich die Leid dodervo ernehrn kenna. „Des konn doch nedd sei, Obba, däss mer su a Gegerla odder su a arms Suggerla neer desderwegn aufziegn dud , däss mir Menschen des dann schlachdn und auf Grill leegn  kenna. Ich ernähr mich edsedla neer nu von die Broduggde vo die lebendichn Viecher, also vo Eier, Kaviar, Milch, Honich, Nudeln, Bodaggn odder Gmies, obber nimmer vo Fleisch odder Fisch vo Viecher wu wecher mein Essn gschlachd woärn senn. “

 

 

Und der Gerch hodd des fei in Ernsd gmaand und hodd des fei aa eighaldn. Und wie der Heiner zern Grilln eigloodn hodd, hodd er Klaa fei wergli neer grillde Maiskolbn und Domadn  und Schbießli mid Gmies drauf gessn und an halbn Laab Brod derzu obber mid digg Budder drauf, wall die  Milch, wu mer den Budder draus machd,  ja vo aaner lebendichn Kuh schdammd.

 

Und des hodd der Gerch fei durchghaldn, aa in Urlaub und in die Ferien. Auf die Bierkeller wu der mid sein Obba woär,  hodd der vo kaaner Schdadtworschd, kann Bresssagg nedd amoll vo an gwedelden Hering wos gessn. Und nu schlimmer is des woärn, wie die Schull anganga is und der Gerch widder mid seine Freind zam woär.

 

Eds ham die gscheidn Schymnasiums - Bärschli beschlossn, däss si nimmer Vegedarier sei wolln, sondern Veganer.“Obba, Omma, ich werr eds Veganer“, hodd der Gerch verkind. Do ham si die Aldn die Aagn griebn und ham den Klann gfrochd, wos eds dees is.

 

„Also Veganer meidn dierische Broduggde in allen Lebensbereichen“, hodd der Klaa gsochd und er hodd den Heiner derklärd, das Veganer alles ablehna, wos  dierische Broduggde sen. Also sugoär Eier und Honich und was sunsd nu vo Viecher kummd, also aa Leder und Wolln, wu mer die arma Viecher raubn dud. „Lederschuh odder Wollbullöverli ziech iech aa nimmer oh!“, hodd der Gerch gsochd! „Worschd und Fleisch gidds a fier Veganer, des is alles aus Algn odder sonsdicher Woär gmachd und mer kann des aa essn!“ hodd der Obba Heiner erfoärn.

 

Eds hodd der Heiner und aa sei Marchared nimmer gwissd, ob der Klaa schbinnd und ob der an Bsychiader brauchd. Und wie die Schull anganga is hodd der Heiner alle Kinner und Engerli widder zern Grilln eigloodn. Damid der Gerch aa wos essn dud, is der Heiner nei nooch Erlang in an Schbezialidädn Loodn gfoärn und hodd fier sein Veganer Enkel  eichens eigkaffd. Fasd 30 Euro hodd der ausgebn fier Veganer-Schnidsel und Veganer-Broodwärschd.

 

Und dann hodd der Heiner grilld: Broodwärschd, Kamm-Scheibn, Haggfleich-Kleesli und lauder gude Woär und aa des Veganer-Glumb für den Gerch. Obber der hodd ganz arch die Aagn verdrehd, wie der des Zeich gessn hodd. Er is hinder an Busch und hodd alles ausgschbodzd und hodd sein Obba gfrochd, wos des is und wos des soll. Do hodd der Heiner derklärd, däss des alles vegan ist!

 

 

Do hodd der Gerch gaz bedröbfeld  bein Grilln gsessn und dann hodd er si von Heiner a richdich scheens Schdeek broodn lässn und hodd des mid Begeisderung verschbeist.

 

Der Heiner Heiner hodd doo drauf neer gsochd: „Do dud mei deä Oäsch weh, wennsd du sichsd wie schnell mei Veganer Gerch widder normal woärn is!“

 

Und iech frooch mich: Is dees nedd a weng ieberdriebn, wennmer su a Modeerscheinung midmachd, ohne däass mer krank is?#

 

Iä sechd scho, Frogn ieber Frogn!

 

 

Klaus-Bedä

 

Klaus-Peter Gäbelein
Autor: Klaus-Peter GäbeleinWebsite: https://de.wikipedia.org/wiki/Klaus-Peter_G%C3%A4beleinE-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
1. Vorsitzender Heimatverein Herzogenaurach
Klaus-Peter Gäbelein (Pseudonym: Klaus Bedä) ist ein deutscher Autor, Historiker, Kolumnist, Mundartdichter und Moderator mit einem Schwerpunkt auf fränkischer Geschichte und Brauchtum sowie fränkischer Mundart. Er ist der Verfasser zahlreicher Werke zu Themen der Regionalgeschichte Frankens, dem fränkischen Brauchtum, sowie von Schulbüchern. Seit 1981 schreibt Gäbelein regelmäßig Artikel für die Regionalteile der in Herzogenaurach (Mittelfranken) erscheinenden Tageszeitungen und seit 1992 die Glosse „Do dud dä fei deä Oäsch weh!

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