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Montag 10 Okt 2022
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Oäsch 258

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Oäsch 258

Endspiel WM Deutschland - Argentinien

Herzogenauracher Geschichten 258

„Do dud dä fei deä Oäsch weh!"

Fragen eines nachdenklichen Franken, frei nach B. Brecht

Also die Gschichd heid is a ganz besondere Gschichd und nadierli von mein Freind Heiner, der wu a echder Frank is. Des is auf der ann Seidn a frehliche Gschichd und auf der annern eher a drauriche, wall die um den Heiner und sein Xundheids- und Geisdeszustand gedd.

Mir woärn widder in Heiner seiner Wohnstubn zun Babbligg-Vjuing und ham bei den Endschbill midgliedn.

Bis zern Sunndooch ambds hodd der Heiner die Fuußbollweldmasderschafd einichermaßn ieberschdandn, obber su ab halba zwelfa muss der Heiner a falsch odder vergifds Fläschla Bier derwischd ham, wall der auf amoll nooch den Abbfiff in Endschbill a ganz annerer Mensch woär.

„In Zukunfd mecherd ich vo eich mid „Herr" angredt werrn, wall ich in mein Leben edz scho  viermoll Weldmasder woärn bin: in der Schweiz 1954, in München 1974, in Idalien 1990 und eds in Rio und jedsmoll woär do aa a Schdiggli vo mir odder vo meiner Familie derbei." Und dann hodd der Heiner uns derklärd, dass sei Vadder 1954 in der Schuhbuudn vo der „ADIDAS" gärberd hodd und er als Buu des Endschbill von Türmersdurm aus bein Haberzettl in Schaufenster angschaud hodd, und dann hodd den Heiner sei Marcharedd in der Schdebberei vo der Adidas kennaglernd (1974)  und seid 1990 kaffd der Heiner jeds Joär auf Weihnachdn für siech und alle Enkerli immer des Neiesde vo der Nadionalmannschad. „Und edz kummd des Driggo midn verdden Schdern her und aa mei Marcharedd, wu mei Auchenschdern is grichd su a Weldmasderdriggo in XXL mid vier Schdern drauf.

Der Heiner hodd dann sei ledsdn Silvesder-Racheden schbendierd, däss neer su gschebberd hodd auf der Schdrass. Und dann ham mir im Fernsägn nu die annern Berichde angschaud. Mir ham neer der klaa Lahm und der klaa Götze leid dan, wie die vo unsere Bundes-Mama, der Ändschie, an derer ihrn Busn driggd woärn sen. Und doo ham mir nedd gwissd, ob mir des aa amoll durch leidn wollerden.  Und der Heiner hodd gmaand,- wie sei Marchared amoll ausn Zimmer woär - „vo den Khedira sein Bübbla odder vo aane vo die annern Moddell-Madli wu auf aamoll aufn Blads rumghubfd sen, do deed ich mich scho driggn lossn su wie der Jogi, der wu sei Fraa obber lieber verschdeggd hodd!"

Und wie dann am End vo derer Ieberdraachung nedd neer die 23 Schbiller zern Foddografiern doo woärn, sondern nu 50 Bedreuer und Bsycherlogn, Aufwärmdräner und Ballrussli, ja sugoär der Busforär, doo ham mir erschd amoll gsägn, wos zer sua aaner Weldmaasderschafds - Delegadion alles derzu gheerd. Do hodd der Heiner neer nu gsochd „Do dud mer fei deä Oäsch weh, wenn mer sichd, wer doo bei den DFB alles rumhubfd und wos dees alles kosden dud!"

Und wie der Heiner dann aa nu gheerd hodd, däss jeder vo die Schbiller 300 000 Euro kriegn dud und dann aa nu Werbeverdräche, wu die dann füä Weizenbier, Müsli Riegel, Feinribb Underwäsch, Rasierwasser und nodleidende Banken werbn missn und nu amoll a boär Euro eischdeggen derfn, hodd si der Heiner dran erinnerd, wie der Max Morlock 1954 an Vespa Roller, a Waschmaschinn vo der AEG und an Fernseher von Grundigs Max grichd hodd. Und dann  hodd der neer nu gjammerd und hodd immer widder gsochd „do dud mer wergli wos weh!" .

Und immer widder hodd der vo die arma Schbiller heid gredt, die wu su zamgfliggd ausgschaud ham wie der Schweinsteicher, wall der sich füä des Diem und der Nadion su aufgobferd hodd.

Und iech frooch mich, is denn su a Fuußbollschbill des wergli weerd, däss mer si su heerrichdn lässd?

Iä sechd scho, Frogn ieber Frogn!

Klaus Bedä

Klaus-Peter Gäbelein
Autor: Klaus-Peter GäbeleinWebsite: https://de.wikipedia.org/wiki/Klaus-Peter_G%C3%A4beleinE-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Koordinator für den Steinweg
Klaus-Peter Gäbelein (Pseudonym: Klaus Bedä) ist ein deutscher Autor, Historiker, Kolumnist, Mundartdichter und Moderator mit einem Schwerpunkt auf fränkischer Geschichte und Brauchtum sowie fränkischer Mundart. Er ist der Verfasser zahlreicher Werke zu Themen der Regionalgeschichte Frankens, dem fränkischen Brauchtum, sowie von Schulbüchern. Seit 1981 schreibt Gäbelein regelmäßig Artikel für die Regionalteile der in Herzogenaurach (Mittelfranken) erscheinenden Tageszeitungen und seit 1992 die Glosse „Do dud dä fei deä Oäsch weh!

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