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Oäsch 257

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Oäsch 257 Deutschland - Brasilien

oder  „Das Wunder von Belo Horizonte"

Herzogenaurach Geschichten 257

„Do dud dä fei deä Oäsch weh!"

Fragen eines nachdenklichen Franken, frei nach B.Brecht

Also die Gschicht heit, is amoll widder vo mein Freind Heiner, der wu a echder Frank is. Und ihr werd alle schon gschbannd sei, wos desmoll vo den Heiner Neis gibd und wies den Subber-Daidschland Fän Hgedd.

Der Heiner woär am Dienstag gloodn und und fasd nedd anschbrechboär wecher den Schbill gecher Brasilien. Immer wenn den sei Marchared odder aaner angschbrochn hodd, hodd der neer von BH gredt und gsochd „In BH endscheid sich heid des daidsche Schicksal!"

Do hodd kaaner vo uns gwissd, wos er maand, bis er die Kadz ausn Sagg glossn hodd. „Ja wissd ihr denn nedd, däss BH die Abkörzung von Belo Horizonte is. Des is niggs , woss mid Frauen zer doo hodd und des is fasd su schee wie a BH und bedeid. „Schöner Horizond". Dess is der Ord, wu mir heid Abend die Brasilianer wechbudzn. Und doo werrn mir und den Jogi sei Bubn heid unser Masderschdiggla machen. Mir gwinna gecher die brasilianischen Ballzauberer  mid 3 : 1 am odder im „scheena Horizond" und dann senn mir in Endschbill und werrn Weldmasder!"

Su hodd der Heiner am Diensdooch Nochmiddooch gsochd. Und wall des Weeder su schlechd  und der Heiner su aufgreechd woär, is er desmoll nedd zun Babbligg Vjuing und aa nedd zu seine Freind. „Ich bin heid su aufgreechd, däss ich des Schbill allah anschaua  und meine Kommendare machen muss und do kann ich des Gwaaf von meine Schdammdischler und vo den Bela Redi, den Reborder, nedd braugn."

Der Heiner hodd sie nu a Käsdla von Hellers Hans sein Kerwasbier hammghulld und kald gschdelld und hodd si in Subbermargd su a Sahneschbreeh kaffd. Dann hodd er sein Auchenschdernla, der Marchared, derklärd, däss er derham in Wohnzimmer in der Näh von Ferseher eine Linie aufschbrüha dud, ieber die wu die Marchared abends bein Länderschbill nedd drieber derf. „Wall", hodd der Heiner gsochd, „däss is su wie ba dera WM, der Gechner muss ieber neun Meder wechbleibn." Wall obber den Heiner sei Wohnzimmer neer a Wohnzimmerla is, hodd der die Linie scho bei vier Meder zuugn. Und, wissd Ihr woos, die Marchared hodd sie fei an der Anweisung von ihrn Oberschiri Heiner ghaldn.

Für alle Fäll hodd si der Heiner a scho auf a Verlängerung und auf an Elfmederschießn eigschdelld und hodd si eideggd, wos Bier, Schnabs und Erdnissli angedd. Ba der Nadionalhymne is er widder aufgschdandn, hodd midgsunga, abber grinna hodd er nedd. Und dann ham vor Auzfrechung sei Zeh su arch klabberd, däss mer gmaand hodd, a Schbechd hodd si in Wohnzimmer eignisst und haggd den Biecherschrang zam.

Nooch 11 Minudden hodd si der Heiner den erschdn Schnabbs eigschengd und hodd gschriea „Ja, ja, ja - heid machen mir eich ferddi!", wall do der Gaagler, der Müller, des 1 : 0 gschossn hodd. Und dann is der Heiner mid den Schnabs eigschengn fasd nimmer noochkumma, wall die Daidschn in neer sex Minuddn nu vier Dore gschossn ham, aans schenners als wie des annere. Und sugoär der Khedira hodd amoll droffn, däss der Reborder widder vo den sein kabuddn Knie angfangd hodd. Und doo hodd der Heiner den Bela Redi widder munddod gmachd und hodd den ausgschaldn.

Wi dann des Schbill auswoär nooch den 7 : 1, hodd der Heiner 7 Schnäbs ghobbd, obber siebn Seidli Bier hodd der goär nedd su schnell dringn kenna. Auf jedn Fall hodd der a saubers Raischla ghabd und hodd seiner Marchared sugoär erlaubd, däss die eds ieber der Demarkadionslinie drieber derfd.  Und dann hodd der zu sein Schdernla gsochd: „Do dud mä fei deä Oäsch weh, wie mir die heergrichd ham, schau neer hie, do gibds ball a Ieberschwemmung, wie die alle greina!"

Die Marchared hodd dann nu den Aufdrooch grichd, fiern Sundooch Beddwäsch in die daidschn Farbn zer kaafn. Und wie der Heiner sein Rausch ausgschloofn ghabd hodd , hodd der in Schdeedla an Holländer droffn . Der hodd zern Heiner auf hochdaidsch gsochd,, „Heute Abend gewinnen wir gegen Argentinien", do hodd der Heiner zer Antword gebn, „mir aa, obber erschd am Sundooch!"

Und iech frooch mich „hodd der Heiner nedd rechd wie immer und hodd scho amoll a daidsche Mannschafd su aufgschbilld, wi den Jogi seine Bubn am Diensdooch?"

Iä sechd schon „Frogn ieber Frogn!"

Klaus-Bedä

Klaus-Peter Gäbelein
Autor: Klaus-Peter GäbeleinWebsite: https://de.wikipedia.org/wiki/Klaus-Peter_G%C3%A4beleinE-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Koordinator für den Steinweg
Klaus-Peter Gäbelein (Pseudonym: Klaus Bedä) ist ein deutscher Autor, Historiker, Kolumnist, Mundartdichter und Moderator mit einem Schwerpunkt auf fränkischer Geschichte und Brauchtum sowie fränkischer Mundart. Er ist der Verfasser zahlreicher Werke zu Themen der Regionalgeschichte Frankens, dem fränkischen Brauchtum, sowie von Schulbüchern. Seit 1981 schreibt Gäbelein regelmäßig Artikel für die Regionalteile der in Herzogenaurach (Mittelfranken) erscheinenden Tageszeitungen und seit 1992 die Glosse „Do dud dä fei deä Oäsch weh!

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