Oäsch 237

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„Groß-Brand"

Herzogenauracher Geschichten  (237)

„Do dud dä fei deä Oäsch weh!"

Fragen eines nachdenklichen Franken, frei nach B. Brecht

Also die Gschicht, wu ich eich heit derzell, is amoll widder vo mein Freind Heiner, der wu a echder Frank is. Manche vo eich wern si wunnern, däss die amoll widder wos von den Heiner lesn dun - obber der Heiner lebt fei wergli nu. Der Heiner hodd a weng gschwächeld und suwos ghabd wie „a Börn aud Symbdom". Des hassd, däss der a weng bladd woär und und neber der Kabbn gloffn is. Der Heiner woär ganz einfach ferddich: Sei Schdernla, die Marchared, sei Enkelkinner und alles ham den Heiner hie gmachd, däss der nimmer gwissd hodd ob der a Männla odder a Weibla is. Und der Heiner woär aa a ganze Zeid nimmer bei unsern Schdammdisch drin bein Hellers Hans.

Obber eds is er wieder richdi gsund und gud drauf und wie der bein Heller neili eiglofffn is, do hodd die ganze Wärdschaffd gsunga: Sex Monad woär der Hener krank, eds lebbd der widder Godd sei Dank." Und doo woär der Heiner glei widder der Alde und hodd an Schwank nooch´n annern aus seiner Jugend derzelld.

Der Heiner is nedd neer a ganz großer Fußbollfän, der is aa a ieberzeichder Feierwehrler. Wie der nu jünger woär, hodds kann Einsads gebn, wu der Heiner nedd als erschder derbei woär und gleschd hodd. Und aus seiner agdivn Zeid hodd der Heiner a boär Schdiggli derzelld.

Also aa moll woär der Heiner bei an ganz großn Feierwehreinsods, der wu in Landkreis woär. Und des woär su: Der Heiner und seine Kamerodn woärn in der Feirwach und ham grood su schee Schoofkobfd, wie auf amoll der Alarm kumma is, wus ghaaßn hodd: „Großbrand in Weisendorf". Und wenn a GROß-Brand is , dann gibbs bei unsere Feierwehr aa an Groß-Einsads.

Do senn der Heiner und seine Freind blidsschnell nei in die Audo ghubfd und mid „DADÜ DADA" in Richtung Weisendorf gfoärn. Und aa die Niederndorfer, die Hammerbacher und Welkenbacher, die vo Münchaura und Hauadorf, sugoär die von Haddendorf, Undermemba, Dechsendorf, die vo Hessdorf und aa die vo Seebach und Klebheim und Niederlindach sen ausgriggd. Und alle woär scho ganz sieri auf den großen Brand in Weisendorf.

Und wie die Herziaurier in Hammerbach woärn, ham die scho noochn Himmel gschaud, wu eds der bludrod von den Feier sei soll - obber gsäng ham di nu niggs. Wie die dann den Weisendorfer Berch nunder gfoärn senn woär immer nu niggs. Neer in Weisendorf in der Middn von Dorf woär a Feierwhrler gschdandn und hodd si ganz gwunnerd und hodd gfrochd, wu den die ganzn Feirwehrler herkumma und wos die wolln. Und wie der gheerd hodd, däss die alle zu den GROß-Brand wolln, hodd der die in Richtung Höchschdadt gschiggd und hodd gschriea: „Do draußn is der „Gros-Brand".

Am End woärn zehr Feierwehrauto am Waldrand bei an Wiesla gschdandn und ham nedd gwissd wos die machen solln. Des Gros hodd a weng qualmd, obber vo an GROß-Brand hodd mer neggs gsäng. Alle Feierwehr-Haibdling ham si gwunnerd und die Aagn griebn, - obber eds woär niggs.

Do hodd dann der Feierwehr-Haibdling vo Weisendorf gfroochd, wos die alle do wolln, neer wecher su an klann Gros-Brand vo an Wiesla, des wu neer zehr auf zwanzich Meder groß is und neer wall a weng a derrs Gros brennd hodd. Und wie der gheerd hodd, däss die alle zu an GROß-Brand gwolld ham, hodd der gsochd, däss mer hald in Weisendorf zun „GRAS" aufn Wiesla „GROS" sogn dud und däss hald des ka „GROß-BRAND" nedd woär, sondern neer ein „GRAS-BRAND",

do senn dann alle Feierwehrler in Dreiegg ghubfd und ganz enddaischd ham gfoärn und der Heiner hodd voller Enddaischung neer nu gsochd: „Des bissla Feier häddn mir zer dritt ausbrunsd." Und dann hodd si der Heiner nu gfroochd, ob mer bei die Feierwehrn nedd an HOCH-Daitsch-Kurs eifüärn sollerd, däss nedd solche Missverschdändnisse bassiern. Obber wennsd du sichsd, wie schwierich des Frängische is, do dud mer fei echd deä Oäsch weh - odder wos maand ihr do derzu?

Iä sechd scho, Frogn ieber Frogn!

                                                                               Klaus Bedä

Klaus-Peter Gäbelein
Autor: Klaus-Peter GäbeleinWebsite: https://de.wikipedia.org/wiki/Klaus-Peter_G%C3%A4beleinE-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Koordinator für den Steinweg
Klaus-Peter Gäbelein (Pseudonym: Klaus Bedä) ist ein deutscher Autor, Historiker, Kolumnist, Mundartdichter und Moderator mit einem Schwerpunkt auf fränkischer Geschichte und Brauchtum sowie fränkischer Mundart. Er ist der Verfasser zahlreicher Werke zu Themen der Regionalgeschichte Frankens, dem fränkischen Brauchtum, sowie von Schulbüchern. Seit 1981 schreibt Gäbelein regelmäßig Artikel für die Regionalteile der in Herzogenaurach (Mittelfranken) erscheinenden Tageszeitungen und seit 1992 die Glosse „Do dud dä fei deä Oäsch weh!

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