Oäsch 232

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Herzogenauracher Geschichten 232
"Do dud dä fei deä Oäsch weh"

Fragen eines nachdenklichen Franken, frei nach B.Brecht

Also die Gschicht, wu ich eich heit derzell, is amoll widder vo mein Freind Heiner, der wu a echder Frank und nu derzu a Fuußballverrüggder is. Der Heiner is woarscheinli auf an Fuußbollblads auf der Weld kumma, wall der scho als Kind mid sein Vadder und sein Bruder Dooch und Nachd draußen in Weiherschbach aufn Fuußbollblads rumkucheld is.  Den sei Mudder hodd sugoär des Essn am Sundooch Middoch naus auf den Blads droogn, däss ihre Mannsbilder nedd verhungern dän und nedd ham missn, wall sie sunsd a Weddschbill versaama.

Der Heiner hodd derham in sein Fernseher alle Fußbollbrogramme, wu mer si neer dengn kann und schaud si aa jeds Weddschbill on.In den Joär is der Heiner su arch gliggli, wall sei Verein, der ASV, endli amoll widder aufgschdiegn is. Und wie außerdem die Daitschn ihr erschdes Schbill gecher die Känguruh-Hubfer aus Australien gwunna ham, doo woär des fier den Heiner a „Reichsbardeidooch", aa wenn mer des Word heid nimmer soogn derf.

Nooch den daitschn Siech im erschdn Schbill woär der Heiner scho richdi europhorisch, däss mir widder Weldmasder wern. Am Freidooch, wu des Wedder su arch besch.... woär, is der Heiner scho a weng ruhicher woärn. „Iech hobb a ganz bleeds Gfüll, wall mir gecher die ganzn „Widschn" aus Jugoslawien, die Petrovidsch und Iovanowidsch und wie die alle haaßn, uns scho immer schwer gedan ham."

Und eichendli hodd der Heiner doo aa recht ghabd. Und dannn, wie die Daitschn gecher die Serbn verlorn ham, do hodd der Heiner ganz färchderli auf den schbanischn Schirri gschennd, wall der su kleinli bfiffn hodd. „Der schbanische Karddenschbiller hodd neer drauf gward, däss er gelba und roda Kardn zeign kann, wall der nu nie kann Schoofkobf odder suwos nedd gschbilld hodd, wie mir drin bein Hellers Hans in unserer Lieblingswärdschafd."

Dernooch hodd si der Heiner vorbereid auf den Schbill gecher Ghana, „wall mir do gwinna missn" hodd der Heiner verkind. Und dann hodd si der Heiner mid die Daitschn nei in des Achdelfinale zidderd und hodd si für des Sundooch-Schbill gecher die „Tommys" bräbarierd: Die Backen hodd si der Heiner mit schwarz-rot-goldiche" Schmier angmohld, an Zylinder in die gleichn Farbn aufgsedsd und a Girlandn in die Nadionalfarbn rumghängd und dann is der nauf zun „babblig vjuing" zern adidas Oudledd und er hodd aa sei „Uwe Seeler Trombeedn" miedgnumma. und neibloosn wie närrisch.

Und? Der Heiner und die Daidschn ham gwunna und eds blaand der Heiner a scho widder sein nächsden Aufdridd am Samsdooch bein Schbill gecher die Gaudschos aus Argendinien. Der Heiner is fesd dervoo ieberzeichd, däss mir des Schbill gwinna und hoffd, däss unser frängischer Schdörmer, der Kießling aus Bamberch vo unsern Bundeslöw aa eigsedsd wärd und des endscheidende Tor machd..

Und dann hodd der Heiner an unsern Schdammdisch nu gsochd: „Wennsd du sichsd, wie unsere Daidschn schbilln und kombiniern do ham doch die Archendinier mid ihrnn klann Diggen auf der Tränerbänk ka Schangs. Wennsd du sichsd, wie der am Blads rumhubfd, do dud mer fei deä Oäsch weh!"

Und ich frooch mich, hodd do der Heiner nedd recht, wenn der auf an daidschn Siech dibbd?

Iä sächd scho, Frogn ieber Frogn!

                                                            Klaus Bedä

Klaus-Peter Gäbelein
Autor: Klaus-Peter GäbeleinWebsite: https://de.wikipedia.org/wiki/Klaus-Peter_G%C3%A4beleinE-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Koordinator für den Steinweg
Klaus-Peter Gäbelein (Pseudonym: Klaus Bedä) ist ein deutscher Autor, Historiker, Kolumnist, Mundartdichter und Moderator mit einem Schwerpunkt auf fränkischer Geschichte und Brauchtum sowie fränkischer Mundart. Er ist der Verfasser zahlreicher Werke zu Themen der Regionalgeschichte Frankens, dem fränkischen Brauchtum, sowie von Schulbüchern. Seit 1981 schreibt Gäbelein regelmäßig Artikel für die Regionalteile der in Herzogenaurach (Mittelfranken) erscheinenden Tageszeitungen und seit 1992 die Glosse „Do dud dä fei deä Oäsch weh!

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