Oäsch 231

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Bleede Daitsche

Herzogenauracher Geschichten (231)

„Do dud dä fei deä Oäsch weh!"

Fragen eines nachdenklichen Franken, frei nach B. Brecht

Also die Gschicht, die wu ich eich heit derzell, is widder vo mein Freind Heiner, der wu a echder Frank is. Der Heiner is ledsdn Samsdooch mid an Feier rodn Kobf nei in unserer Lieblingswärdschafd bein Hellers Hans kumma und hodd gschennd wi a Rohrschboodz. Immer widder hod der gsachd: „Mir sen su bleed, su bleed wie mir kann goär kanner sei, Mensch sen mir bleed!" Und immer widder hod der Heiner sein Kobf gschiddeld.

Und wie mir den Heiner dann gfroochd ham, wos er denn hodd, do is er nu wilder woärn. Und dann hodd er ieber der Bollidigg und die Bollidigger gschennd und ieber die Daidschn ieberhaubs und ieber Godd und der Weld.

„Ieberleechd doch amoll" hodd der Heiner gsochd: „Mir zohln eds fier die Griechn, wall die bleide senn und sorgn derfier, däss die mid fuchzich Joär in Bension geh kenna und mir ärberdn doderfier bis mir siebzich Joär ald senn. Und wenn´s su weider gedd, dann blechn mir aa füär die Schbanier und für die Iren und vo die Isländer mooch iech goär nedd redn. Villeichd leegn mir unser guds Geld aa nu füä dennern ihrn schbodserdn Vulkan hie und am End aa nu fier die Fluchausfäll in Euroba."

Und wie dann aaner vo die Schdammdischbrieder den Heiner verbesserd hodd und gsachd hod, däss des eds doch nimmer Fluchblads hassd, sondern „Äärboord", do is der Heiner fasd ganz iebergschnabbd. „Wennsd eds aa nu mid deine bleedn ameriganischn Wörder anfängsd, dann is aus mid der Freindschafd", hodd der Heiner gschriea und is eds auf die Ami und auf dennern ihr Schbrooch losganga.

„Wu und wer senn mir denn? Senn mir villeichd der 51 Schdaad vo die Ami? Mir redn neer nu vo Fleier schdadds vo Bläddla, mir ham ka Versammlunga mehr, neer nu Miedings, schdadds Arbeidsgrubbn gibds Wörkschobbs und mei Marchared is eds „onlein" in den „wörld weid webb", wos immer des haaßn soll. Die Kinner laafn mid an „Walk Männ odder an Ei-Bodd" rum. Die ham ka Rollschuh mehr, sondern „Onleiner" odder „Skejd boards"".

Und immer wilder is der Heiner woärn: „ In die Broschbegder vo der Zeidung biedns eds „Outdoor Regenjacken und Outdoor Schuh" an. Ja, do leggsd mich doch kreizweis! Gibds gwies in unsere Wohnschdubn scho Regn, däss mer doo a „Indoor Regnjacken" brauchd und braugn mir aa „Indoor Schuh".

Su a Schmarrn. In meiner Wohnschdumm brauch iech a boär Schlabbn und ka „Outdoor Klaader".

Iech mooch aa des Gfress vo die „Fast Fudd" Kedden nedd. Mir is a Schaiferla mit Kleeß am Liebsdn und zu die Broodwärschd essn mir ka „Kedsch abb", sondern an daidschn odder an frängischn Senfd odder an Kree und zu an Kärbfla gidds an Indivi und an Bodaggnsalad".

Und dann hodd si der Heiner widder a bissla beruhichd und hodd si nu aans vo Hellers Hans sein besdn Schdoff beschdelld und hodd a frängisch Kerwaliedli angschdimmd: „Heid genn mer widder goär nedd ham, sidsd a schwarz Ding derham...." Und der Friehschobbn hädd a guds End nehma kenna, wenn nedd aaner vo an Nebndiesch auf aamoll riebergschriea hädd „Jawoll mir dringn eds nu ein Seidlein, denn in Hellers Pabb machd kaaner schlabb!"

Do is der Heiner fasd egsblodierd und hedd den Blääger fasd sein Schdammgruuch naufghaud und hodd neer nu gsachd „Do dud mer fei deä Oäsch weh, wenn ich seh, wie bleed manche Leid sen! Mir senn in an Wärdshaus und nedd in an Pabb!"

Und ich frooch mich: Senn mir Daidschn denn wergli su bleed, wie der Heiner gsochd hodd?

Iä sechd scho, Frogn ieber Frogn.

                                                                       Klaus Bedä

Klaus-Peter Gäbelein
Autor: Klaus-Peter GäbeleinWebsite: https://de.wikipedia.org/wiki/Klaus-Peter_G%C3%A4beleinE-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Koordinator für den Steinweg
Klaus-Peter Gäbelein (Pseudonym: Klaus Bedä) ist ein deutscher Autor, Historiker, Kolumnist, Mundartdichter und Moderator mit einem Schwerpunkt auf fränkischer Geschichte und Brauchtum sowie fränkischer Mundart. Er ist der Verfasser zahlreicher Werke zu Themen der Regionalgeschichte Frankens, dem fränkischen Brauchtum, sowie von Schulbüchern. Seit 1981 schreibt Gäbelein regelmäßig Artikel für die Regionalteile der in Herzogenaurach (Mittelfranken) erscheinenden Tageszeitungen und seit 1992 die Glosse „Do dud dä fei deä Oäsch weh!

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