Oäsch 229

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Mallorca

Herzogenauracher Geschichten 229

„Do dud dä fei deä Oäsch weh!"

Also die Gschicht, die wu ich eich heit derzell is widder vo mein Freind Heiner, der wu a echder Frank is.Und die Gschichd is fei wergli su bassiert, wie ich die derzell.

Der Heiner is in seiner Freizeid a fanadischer Roodfohrer. Er is immer schdolz drauf, wenn der mid sein Maundnbaik „50 Kilomeder rooreißd", wie der immer sochd. Und wenn er dann scho fasd derhamm is, noch kehrd er immer nu amoll draußn in Memba in Waldkrankenhaus ei, am liebsden on an Donnerschdooch, walls doo Schlachdschüssel odder Kärbfli gebn dud.

In den Joär und bei den langa Winder woärs obber mid den Radfoährn nedd su gud. Deswecher woär der Heiner ganz gliggli, wie der Helmut, aaner vo unsere Schdammdischbrieder zu den Heiner gsochd hodd: „Wennsd willsd, kannsd mid auf Mallorca. Mir kenna in meiner Ferienwohnung umersunsd wohna und jedn Dooch a Rood Dour machen, denn do drundn is schee warm".

Und su ham die zwaa an scheena Urlaub verbrachd, der wu obber a schregglichs End gnumma hodd." Nedd, däss ir eds maand, der Heiner is vo sein Reedla gschdörzd und auf seiner Goschn gfalln, naa, des woär vill schlimmer. Wie die zwaa nooch aaner Wochn hamm gfluugn senn, is des bassierd.

Sie woärn scho in an daitschn Fluchzeich gseesn, ham si angschnalld und freindli mit der Schduardess blauderd. Do is a Durchsach von Kabidän kumma: „Bitte verlassn Sie die Maschine. Wir können heute nicht starten, weil die Crew (Kruu hodd der gsachd) streikt. Sie werden in ein Hotel zum Übernachten gebracht und werden morgen nach Deutschland fliegen".

Do hodd der Heiner sein Freind Helmud bleed angschaud, obber die zwaa sen hald mid die 250 annern Leit ausgschdiegn. Des woär der edserdla villeichd a Gwerch, bis Busse doo woärn und alle ihr Gebägg ghabd ham. Die Kuffer sen kumma, neer den Heiner sei Blasdigg-Kuffer mid den deiern Maundnbaik woär nedd doo. Do hodd der Heiner a färchderlichs Gschrei auf den Fluchblads gmachd und hodd die Schbanier auf Frängisch alles nauf und nunder ghaaßn. Däss die alle bleed sei missn, woär nu des Harmlosesde. Nach zwaa Schdund woär dann des Rood endli doo und die annern Leit in Bus woärn scho ganz zabbeli.

In Hodel is des Chaos dann weider ganga. Die Zimmer woärn zwoär hergrichd, obber es woär ka Bersonal doo, wall in Mallorca nu ka Urlaubszeid is. A aanzichs Maadla woär an der Rezebdion und hodd alle Nama einzeln aufgschriebn. Des hodd widder a Schdund dauerd und des Schlimmsde woär, däss aa ka aanzicher Koch in der Kichn woär und däss die Leit der Moogn scho in die Kniekehln ghängd hodd.

Endli is dann su Sändwidsch Woogn kumma und jeder vo die 250 Leit hodd a Haggfleisch Weggla grichd, des wu den Heiner obber nedd su richdi gschmeggd hodd, wall der für sein Zimmer ka Schlissel grichd hodd, sondern a su a Kärdla mid an Dschibbs drauf, wu er nedd gwissd hodd, wie er domid nei in sein Zimmer kumma soll.

Korz drauf hodd mer den Heiner in fünfden Schdogg scho widder schreia heern:"Su a Scheiß Glumb, ich kumm nedd in mein Zimmer nei." Der Helmut, wu a Weldmann is und scho ofd in su an moderna Hodel woär, hodd sein Freind gholfn. Obber des Gschrei is glei drauf weider ganga und der ganze Schdogg is zamgloffn, wall alle dachd ham, däss aaner ieberfalln woärn is. Und a Breiß hodd gsochd: „Dwer verrückte Franke rastet wohl schon wieder aus!" „Eds bin drin, obber es is ka Schdrom doo - ich wer nu verrüggd in den bleedn Hodel!" Glanz laud hodd der Heiner bläägd. Er hodd nemli nedd gwissd, däss mer des Kärdla in su a Käsdla schdeggn muss wechern Schdrom.

Der Heiner woär durchgschwidsd und hodd an niggs mehr Freid ghabd. Die ganze Erholung woär bein Deifel und den Heiner woär ganz schlecht. Wie a Haifla Elend hodd der auf sein Bedd gsessn, neber sich woär sei Fohrrod, des hodd er gschreicheld und hodd gschennd: „Wennsd sichsd, wos dir in den Mallorca alles bassiern kann, do dud dä fei deä Oäsch weh! Mich bringa ka zehr Gail mehr doo her!"

Und ich frooch mich: Fährd eds der Heiner widder amoll nach Mallorca zun Fohrrod foährn odder blabbd der nedd lieber be uns in Frangn, in Bärgenbüll oder in der Menaa?

Iä sächd scho, Frogn ieber Frogn!

                                                                            Klaus Bedä

Klaus-Peter Gäbelein
Autor: Klaus-Peter GäbeleinWebsite: https://de.wikipedia.org/wiki/Klaus-Peter_G%C3%A4beleinE-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Koordinator für den Steinweg
Klaus-Peter Gäbelein (Pseudonym: Klaus Bedä) ist ein deutscher Autor, Historiker, Kolumnist, Mundartdichter und Moderator mit einem Schwerpunkt auf fränkischer Geschichte und Brauchtum sowie fränkischer Mundart. Er ist der Verfasser zahlreicher Werke zu Themen der Regionalgeschichte Frankens, dem fränkischen Brauchtum, sowie von Schulbüchern. Seit 1981 schreibt Gäbelein regelmäßig Artikel für die Regionalteile der in Herzogenaurach (Mittelfranken) erscheinenden Tageszeitungen und seit 1992 die Glosse „Do dud dä fei deä Oäsch weh!

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