Burgstaller Kerwa 2019

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Burgstall 2019

Kirchweihfest ohne Kirche

Herzogenaurach/Burgstall. Das ist schon etwas Besonderes: Eine Dorfgemeinschaft feiert ein Kirchweihfest ohne ein Gotteshaus zu besitzen oder jemals besessen zu haben. Das Ganze geschieht nicht in einem kleinen gallischen Dorf in einer Comicserie (Kleinbonum in der Serie „Asterix“), sondern in einem gestandenen fränkischen Dorf im Landkreis Erlangen-Höchstadt, im Herzogenauracher Ortsteil Burgstall.

Dabei sind die Burgstaller alles andere als abtrünnig. Bis zur Gebietsreform Mitte der 70er Jahre orientierte sich die Gemeinde weniger in das katholische Herzogenaurach als in das lutherische Obermichelbach: Hier ging man zur Schule und zur Kirche, hier konfirmierte man, man schloss den Bund fürs Leben und wurde hier beerdigt, in der Gemeinde im heutigen Landkreis Fürth. Die evangelische Heilig-Geist-Kirche war und ist der Mittelpunkt Obermichelbach und er war es eben bis in die 70er Jahre.

Aber die Burgstaller sind und waren schon immer etwas Besonderes. Innerhalb einer intakten Dorfgemeinschaft hält man zusammen wie jene Gallier in der Asterix-Serie. Die Neubürger, die sich in den letzten Jahren hier niedergelassen haben, ließen sich bereitwillig integrieren - sie gehören heute fest zum Dorf und zum florierenden Dorfleben. Und anstelle eines Gotteshauses wurden die Gaststätte Tiefel/Bär und das bestens restaurierte Feuerwehrhaus zum Mittelpunkt des Lebens im Dorf. Hier feierte man 1988 das 110jährige Jubiläum der FFW, hier besucht der Nikolaus die Kinder des Ortes und von hier starten die Kutschfahrten für die Kleinen bei der Nikolausfeier.

Ab 1989 feierte die Dorfgemeinschaft ein Grillfest (damals noch bei Johann Nussel); 1990 zog man in neu errichtete Scheune von Walter Nussel zum „Kirchweihfest“, das man voller Stolz in diesem Jahr zum 30. Mal begeht – auch in Ermangelung eines Gotteshauses. Dabei darf jedoch nicht vergessen werden, dass es hauptsächliche die Burgstaller Waldbesitzer waren, die das Bauholz für die 1934 errichtete erste evangelische Kirche in Herzogenaurach lieferten und die den kürzeren Weg ins neue Gotteshaus auch bereitwillig antraten.

Doch zurück zur Kirchen-Feuerwehr-Kerwa in Burgstall. Dass zum Kirchweihfest eine zünftige Brotzeit gehört und ein Kartler-Turnier, versteht sich von selbst. Da das Kartenspielen aber an Attraktion verloren hat und die Teilnehmerzahl von 136(!) Teilnehmern zuletzt auf gerade einmal 88 gesunken war, verzichtete man ab 2013 auf die Kartelrunde, nicht aber auf Essen und Trinken. Stand anfangs noch der Genuss von bis zu 15 Enten für die Aktiven und für Gäste im Vordergrund, so stellte man auf einen Hausmetzger um. Auf Metzger Zeitinger aus Roßtal folgten Heinz Güßregen und „Gaschi“ Gaschbauer aus Herzogenaurach. Seit über 20 Jahren hat Franz Gumbert die Verpflegung übernommen. Seine frisch zubereiteten Fleisch- und Wildgerichte, die ersten Karpfen der Saison und ein reichhaltiges Salatbüfett sind ein Anziehungspunkt für alle Kirchweihgäste und so ist die „Burgstaller Kerwa“ längst zum Publikumsmagneten für Gäste aus nah und ferngeworden. Dank des Biergartens, in Eigenregie errichtet sowie Walter Nussels regenfester und beheizbarer Halle steht gemütlichen Stunden in Burgstall nichts mehr im Wege, zumal an allen vier Tagen von Freitag bis Montag auch für musikalische Unterhaltung und Barbetrieb gesorgt ist.

Rund 100 Aktive der FFW Burgstall sind bereits in dieser Woche dabei, die Vorbereitungen für ein gemütliches Fest zutreffen. Und gerade in der Feuerwehr zeigt sich das enge Zusammengehörigkeitsgefühl im Herzogenauracher Ortsteil: schließlich hat sich Mitgliederzahl von 86 im Jahr 2000 auf 230 bis heute erhöht. Ehrenkommandant und MdL Walter Nussel ist zusammen mit dem Vorsitzenden der FFW, Jürgen Hoffmann, dem „Vater der Kompanie“ stolz auf sein „Kleinbonum“ und man freut sich auf zahlreiche Gäste, auch auf die 12 Feuerwehrkameraden aus dem Wolfsberger Ortsteil St. Johann sowie auf die lokale Prominenz aus Stadt- und Landkreis.

Klaus-Peter Gäbelein

Programm der 30. Burgstaller Kerwa

Fr. 30.0ß.   19.00 h Musik „Die Zamgwerfelten“

                     20.00 h Bieranstich mit MdL Und Ehrenkommandant Walter Nussel

Sa. 31.08.   15.30 h Baumaufstellen des Kerwa Nachwuchses

                     16.00 h Baumaufstellen

                     19.00 h Musik mit den „Ehemaligen“

                     22.00 h Stimmung und Gaudi mit DJ Alf

So. 01.09.   10.00 h Frühschoppen „Die zwaa von der Aura“

                     14.00 h Familiennachmittag mit Kutschfahrten, Hüpfburg, Kuchen und Küchle

Mo. 02.09. 10.00 h Frühschoppen mit Brotzeit und Mittagstisch

                     19.00 h Smiley & Friends (Kerwaausklang mit Pfanni, Smile & Friends)

Partyservice Franz Gumbert: Freitag ab 18.00 h frische Karpfen; Sa. – Mo. Karpfen, Braten usw.

Klaus-Peter Gäbelein
Autor: Klaus-Peter GäbeleinWebsite: https://de.wikipedia.org/wiki/Klaus-Peter_G%C3%A4beleinE-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
1. Vorsitzender Heimatverein Herzogenaurach
Klaus-Peter Gäbelein (Pseudonym: Klaus Bedä) ist ein deutscher Autor, Historiker, Kolumnist, Mundartdichter und Moderator mit einem Schwerpunkt auf fränkischer Geschichte und Brauchtum sowie fränkischer Mundart. Er ist der Verfasser zahlreicher Werke zu Themen der Regionalgeschichte Frankens, dem fränkischen Brauchtum, sowie von Schulbüchern. Seit 1981 schreibt Gäbelein regelmäßig Artikel für die Regionalteile der in Herzogenaurach (Mittelfranken) erscheinenden Tageszeitungen und seit 1992 die Glosse „Do dud dä fei deä Oäsch weh!

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