Kabarett beim Heimatverein

In Herzogenaurachs ältestem Bürgerhaus im Steinweg finden nicht nur gemütliche Plauderstunden, Stammtischrunden, Gesprächskreise oder Weinverkostungen statt. Seit einem Jahr bereichert auch Emmi Weiß, begnadete „Quetschenspielerin und Mutter“ der Aurachspatzen die örtliche Kulturszene mit launigen Kabarettauftritten.

Zusammen mit dem Teufelsgeigenspieler Fritz Rabenstein, Letzterer bekannt durch heimatliche Auftritte im Weisachgrund, hatte sie bereits seit zwei Jahren große Erfolge in Weisendorf und in Herzogenaurach. Nach ihren Kabarettauftritten im vergangenen Jahr unter dem Titel „Fei wergli woahr“ hat die umtriebige Musikantin in diesem Jahr ihr neues Mundart-Programm mit dem Titel „Fei immer schee sauber bleibm!“ im Steinweg vorgestellt. Dabei ging es um „BLINDE (im Sinn von ungeschickte Menschen) HOAARIGE, SCHBINNERDE und DUS- oder GACHHÖRERDE Zeitgenossen“.

In ihrer unnachahmlichen fränkisch derben Art erklärt Emmi Weiß dabei „frängische Spezialausdrügge“ wie die Begriffe „die Waffl halden“ oder „an Badscher ham“. Beispiele nach Emmi Weiß gefällig? „Wenn aaner an gscheidn Badscher hodd“, so könnte man auf hochdeutsch auch sagen „der spinnt im höchsten Grad“. „A Badscher“ kann aber auch eine schallende Ohrfeige sein und die „Badscherla“ sind beim Kleinkind schlicht und einfach die Hände. „A Muggenbadschn“ braucht man, wenn im Haus die Fliegen überhandnehmen. „A Badscher“ ist aber auch der Schnuller auf der Babyflasche und „a olde Badschn“ kann die Nachbarin sein, die viel „waafd“ und dummes Zeug verbreitet und „an Badscher“ hat derjenige, der ganz einfach etwas langsam , schwerfällig und naiv dummes Zeug daherredet.

Wer Emmi Weiß in nächster Zeit im Original, also „live“ wie man neudeutsch sagt, erleben will, hat dazu die Gelegenheit am Sonntag, 24. Juni im Freilandmuseum Bad Windsheim (im dortigen Bauernhaus Reichersdorf) oder auf der Höchstadter Kulturmeile am 02. August im „Töpfla“ unter dem Titel „Jedes Töpfla find´ sei Deggerla!“ Und schließlich gibt es für Freunde der fränkischen Mundart im Herbst Emmis neues Programm „Des glabbsd ja selber nedd!“ ab Oktober in der Weisendorfer Gaststätte „Goldener Engel“.

Klaus-Peter Gäbelein
Autor: Klaus-Peter GäbeleinWebsite: https://de.wikipedia.org/wiki/Klaus-Peter_G%C3%A4beleinE-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
1. Vorsitzender Heimatverein Herzogenaurach
Klaus-Peter Gäbelein (Pseudonym: Klaus Bedä) ist ein deutscher Autor, Historiker, Kolumnist, Mundartdichter und Moderator mit einem Schwerpunkt auf fränkischer Geschichte und Brauchtum sowie fränkischer Mundart. Er ist der Verfasser zahlreicher Werke zu Themen der Regionalgeschichte Frankens, dem fränkischen Brauchtum, sowie von Schulbüchern. Seit 1981 schreibt Gäbelein regelmäßig Artikel für die Regionalteile der in Herzogenaurach (Mittelfranken) erscheinenden Tageszeitungen und seit 1992 die Glosse „Do dud dä fei deä Oäsch weh!

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