Restaurierung Nepomuk

Denkmalschutz lehnt Restaurierung ab
Der heilige Nepomuk sollte aufpoliert werden

Achtlos fahren die Autofahrer in der Innenstadt an der Statue des heiligen Nepomuk vorbei. Traurig blickt der Heilige auf den täglichen Stau an seiner Seite im Steinweg.
Wo gibt es in der Herzogenauracher Innenstadt den Nepomuk, den manche nur als den Brückenheiligen in Süddeutschland und den ehemaligen habsburgischen (=österreichischen) Kronlanden-kennen?

An der Engstelle zwischen Marktplatz und Steinweg gegenüber der Apotheke am Markt und neben dem ehemaligen Uhrengeschäft Daigfuß schaut eine Heiligenfigur verzweifelt dem täglichen Verkehrschaos zu. Aber ein Brückenheiliger in der Innnenstadt? So lautet die berechtigte Frage. Nun, im Barockzeitalter (18. Jahrhundert) erfreute sich Johannes von Pomuk (tschechisch ne=von) großer Beliebtheit. Und weil oberhalb der Bäckerei Römmelt einst der innere Stadtgraben vom Schlossgraben abzweigte und die Stadt in Richtung Fehnturm umschloss, konnten Fuhrwerke und Fußgänger nur hier trockenen Fußes im Schutz des Brückenheiligen in Richtung Bamberger Straße gelangen.
Der Heimatverein bemüht sich seit vielen Jahren, Denkmäler in der Stadt restaurieren zu lassen. Der kreuztragende Christus am Eingang zum Kirchenbezirk, der heilige Sebastian an der Stirnseite der Marienkapelle , der Ölberg an der Pfarrkirche sind Beispiele für die Aktivitäten im Rahmen der satzungsgemäßen Aufgaben des Vereins.
Da die Statue im Laufe der Jahre durch Kamin- und Autoabgase erheblich „nachgedunkelt“ ist, wollte der Heimatverein die Statue säubern lassen. Herzogenaurachs Bildhauer und Steinmetz Hans Gast, der zusammen mit seinem Vater die Statue 1960 geschaffen hat, hatte sich bereit erklärt, den Heiligen von seinem Schmutzfilm zu befreien.
Der Verein hatte bei der Stadt den notwendigen Antrag zur Restaurierung gestellt. Die Stadt hatte ordnungsgemäß das Ersuchen an die zuständige Denkmalbehörde in Schloss Seehof/Bamberg informiert, die einen Verttreter an die Aurach geschickt hat. Selbiger kam, inspizierte den Heilgen und kam zu dem Entschluss: „Die Statue des heilgen Nepomuk enthält eine natürliche Patina, die nicht entfernt werden muss!“

So war´s und so ist es und deswegen bleibt der heilige Nepomuk weiterhin ein „schwarzer Mann“.

Und der Heimatverein hofft, dass sich die Kinder vor diesem nicht fürchten, wenn sie an ihm vorbeigehen!

INFOS zum Nepomuk:

Wie wie kam es im Mittelalter zur Verehrung des Heiligen Johannes von Po(u)muk? Um 1345 wurde Johannes nahe Pilsen (damals habsburgisch-österreichisch, heute Tschechien) geboren. Er wurde nach seiner Tätigkeit in der kaiserlichen Kanzlei um 1380 zum Priester geweiht und fiel seinen böhmischen Zeitgenossen auf durch sein forsches Auftreten gegenüber dem wankelmütigen und alkoholabhängigen Herrscher Wenzel IV.

Gleichzeitig war er der Beichtvater von Wenzels Gemahlin der Königin Johanna, einer bayerischen Prinzessin. Da er dem eifersüchtigen Ehemann deren Beichtgeheimnis nicht verriet und gleichzeitig den Herrscher in einer politischen Affäre nicht unterstützte, ließ Wenzel im März 1393 den Priester foltern und anschließend von der Karlsbrücke in Prag in die Moldau werfen. In den Fluten ertrank Johannes und angeblich sollen über seinem Kopf bei seinem Sterben Sterne geleuchtet haben. Die Brücke wurde fortan ein Wallfahrtsort für die Bevölkerung und noch heute stellt die schönste der rund 30 Statuen auf der Karlsbrücke den Heiligen Johannes aus Pomuk dar.

Der Legende nach sollen bei der Bergung seines Leichnams 1719 die Gebeine und die Zunge des Getöteten nicht verwest gewesen sein, was schließlich zu seiner Seligsprechung, dann zur Heiligsprechung und zur fast grenzenlosen Verehrung geführt hat.

Klaus-Peter Gäbelein

Klaus-Peter Gäbelein
Autor: Klaus-Peter GäbeleinWebsite: https://de.wikipedia.org/wiki/Klaus-Peter_G%C3%A4beleinE-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
1. Vorsitzender Heimatverein Herzogenaurach
Klaus-Peter Gäbelein (Pseudonym: Klaus Bedä) ist ein deutscher Autor, Historiker, Kolumnist, Mundartdichter und Moderator mit einem Schwerpunkt auf fränkischer Geschichte und Brauchtum sowie fränkischer Mundart. Er ist der Verfasser zahlreicher Werke zu Themen der Regionalgeschichte Frankens, dem fränkischen Brauchtum, sowie von Schulbüchern. Seit 1981 schreibt Gäbelein regelmäßig Artikel für die Regionalteile der in Herzogenaurach (Mittelfranken) erscheinenden Tageszeitungen und seit 1992 die Glosse „Do dud dä fei deä Oäsch weh!

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