Restaurierung Steinweg 5

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Verjüngungskur für die alte Dame

 

 

Herzogenaurach. Die alte Dame ist rund 150 Jahre alt  und ist im Steinweg 5, dem ältesten Bürgerhaus der Stadt zu Hause. Konkret: es ist die blaue und mirt einem Muster bemalte Wand des vom Heimatverein seit rund 30 Jahren benutzten städtischen Hauses, die einer Restaurierung bedarf.

 

Seit zwei Wochen ist Claudia Klose vom Nürnberger Restaurationsbetrieb Peter Wolf bei der Arbeit, die blaue und in die Jahre gekommene Schmuckwand im Steinweg wieder auf Vordermann zu bringen. Solche Schmuckwände hatten sich im 19. Jahrhundert „kleine Leute“ zugelegt, die sich keine teuren Wandtapeten leisten konnten, aber dennoch nicht auf anspruchsvollen Wandschmuck verzichten wollten.

 

Im bürgerlichen Zeitalter vor der Jahrhundertwende haben Maler mittels einer aus dünnem Blech oder fester Pappe angefertigten Schablone die Wände Schritt für Schritt geschmackvoll verziert. Später wurden solche Schablonen durch Gummiwalzen ersetzt, wie sie von unseren Vätern und Großvätern noch benutzt worden sind. Und die damaligen Muster waren in der Vorstellung unserer Vorfahren wesentlich geschmackvoller als die heute oft lieblos gesprühten oder geklecksten Graffitis.

 

Frau Klose ist eigentlich eine Künstlerin. Die gebürtige Bielefelderin hat ursprünglich als Malerin gelernt, sich dann zur Theatermalerin weitergebildet und nach einer weiteren Zusatzausbildung zur Bau- und Denkmalpflegerin oder „Technikerin in der Denkmalpflege“, wie es offiziell heißt, wurde sie  vor Jahren vom Nürnberger Restaurator Wolf angestellt.

 

Im übrigen bestätigt sie die Theorie, die man beim Heimatverein vertritt, nämlich dass sich die Farbe blau im 19. Jahrhundert in gewissen Schichten als Tapeten- oder Wandschmuck durchgesetzt hat, weil das Blau jetzt in der Farbchemie hergestellt worden ist, damit das vielfach teurere und aus Indien eingeführte Indigo abgelöst hat, weil es für jedermann erschwinglich wurde.

 

Bei den nächsten Veranstaltungen im Steinweg kann das restaurierte Schmuckstück wieder bewundert werden.

 

K.-P. Gäbelein

Klaus-Peter Gäbelein
Autor: Klaus-Peter GäbeleinWebsite: https://de.wikipedia.org/wiki/Klaus-Peter_G%C3%A4beleinE-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Koordinator für den Steinweg
Klaus-Peter Gäbelein (Pseudonym: Klaus Bedä) ist ein deutscher Autor, Historiker, Kolumnist, Mundartdichter und Moderator mit einem Schwerpunkt auf fränkischer Geschichte und Brauchtum sowie fränkischer Mundart. Er ist der Verfasser zahlreicher Werke zu Themen der Regionalgeschichte Frankens, dem fränkischen Brauchtum, sowie von Schulbüchern. Seit 1981 schreibt Gäbelein regelmäßig Artikel für die Regionalteile der in Herzogenaurach (Mittelfranken) erscheinenden Tageszeitungen und seit 1992 die Glosse „Do dud dä fei deä Oäsch weh!

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