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Dettelbach 2016 Wallfahrtssplitter

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Herzogenaurach.

Einigkeit im Glauben demonstriert

Stadtpfarrer Helmut Hetzel strahlte und war glücklich, als am Sonntag anlässlich der 278. Herzogenauracher Wallfahrt nach Dettelbach die Basilika „Maria im Sand“ beim Festgottesdienst gefüllt war mit Christen aus der Aurachstadt; alle Kirchenbänke waren besetzt bis auf den letzten Platz. In seiner Festpredigt beschäftigte sich Hetzel mit dem „Ziel einer Wallfahrt und dem Ziels des Lebens“.

In mehreren Gruppen hatte sich die Pilger in den unterfränkischen Wallfahrtsort begeben, um ein Zeugnis und Bekenntnis für ihren Glauben abzulegen: Da waren die Fuß-/Buswallfahrer, die jugendlichen Radwallfahrer, zahlreiche privateWallfahrer, die mit dem Bus oder dem privaten PKW an den Main gefahren sind und nicht zu vergessen, die über 50 Fußwallfahrer, die 53 Kilometer über Höchstadt, Schlüsselfeld nach Geiselwind und dann noch einmal 32 km betend und singend zur Wallfahrtskirche „Maria im Weinberg oder Maria im Sand“ gezogen sind.

„Bei schweißtreibenden Temperaturen war es in diesem Jahr wieder eine echte Herausforderung, ans Ziel zu gelangen“, so Helmut Fischer, der seit 1988 „Anführer und Organisator“ der Fußwallfahrer ist. Um vier Uhr in der Früh ging es für die 52 Frauen und Männer in Begleitung von Pfarrer Hetzel los, der am ersten Tag bis nach Schlüsselfeld seinen „Schäflein“ das Geleit gab und am Samstag die Radfahrer ab Puschendorf begleitet hat.

Vom malerischen Morgennebel haben die wenigsten Notiz genommen. Man war einzig und allein auf die bevorstehende Strecke fixiert. Fischer war abschließend nicht nur stolz auf seine Fußgänger, denn alle haben die 85 km geschaftt, er freute sich auch wieder über die Hilfsbereitschaft der Bevölkerung in den Orten, durch welche die Wallfahrer gezogen sind. „Das beginnt schon in Obermembach, wo die Teilnehmer mit Getränken versorgt werden, setzt sich fort über Großenssebach, wo seit Jahren die Familie Mirschberger mehr als nur eine Brotzeit spendiert. Die 80-jährige Irma Mirschberger hat aufgetischt wie bei einer Hochtzeit“, so Helmut Fischer.

Über Dannberg, Hesselberg, Poppenwind führte der Weg dann nach Höchstadt. Hier ließ es sich Dekan Kemmer nicht nehmen, seinen Amtsbruder und die Herzogenauracher Delegation willkommen zu heißen. Und im Cafe´ Baier gab es wie eh und jeh die obligatorische Marschverpflegung: eine Wallfahrer-Salzbrezel. Und schließlich standen die Wirte in Weingartsgreuth und im „Storchen“ in Schlüsselfeld ihrer Höchstadter Kollegin nicht nach: wer es bei der Hitze vertragen konnte, durfte sich mit „an Schnäpsla“ laben und in Lach wurde wieder selbst gebrautes kühles Bier gereicht.

Bei 36 Grad zwischen Getreidefelder und gemähten Wiesen war das Versorgungsfahrzeug mit Martin Gesslein stets in der Nähe. Unentwegt versorgte er seine „Truppe“ mit erfrischenden Getränken. Und außerdem soll ein Wallfahrergesichtet worden sein, der im gar nicht so sauberen Dorfweiher in Possenfelden ein Bad genommen hat. Ob das bei 30 Grad Wassertemperatur tatsächlich erfrischend war, hat er nicht verrraten.

Großes Lob gab es auch wieder für die Herzogenauracher Feuerwehr, die zu nachtschlafender Stunde am Samstag ab 5 Uhr die Absicherung der Fußwallfahrer ab Geiselwind übernommen hat; schließlich müssen diese hier auf rund acht Kilometern die Staatsstraße benutzen.

Nach dem Überqueren der Mainbrücke bei Schwarzenau galt es dann noch einmal „Gas zu geben“, um rechtzeitig zum vereinbarten Treffpunkt am Gotteshaus in Dettelbach zu sein. Hier soll es dann einige Spötter gegeben haben, die angemahnt haben, dass die Wallfahrer mit einer Minute Verspätung die Basilika zum vereinbarten Treffpunkt erreicht haben. Doch „nur ein Schelm ist, wer Böses dabei denkt!“

Doch die Fuß-/Buswallfahrer und die Radler hatten nicht unnötig lange auf ihre Mitwallfahrer warten müssen, wie der neue Gesamt-Wallfahrtsleiter Robert Kotzer bestätigte. Kotzer hatte erstmals die Leitung und Organisation übernommen. Und es darf vorausgeschickt werden: alles hat bestens geklappt: trotz mancher Schwierigkeiten bei der Zimmerbelegung hatte jeder eine passende Unterkunft gefunden und der von ihm, Walter Drebinger und H. Fischer herausgegebene Wallfahrtskalender hat seinen Zweck bestens erfüllt und auch das Zusammenspiel von R. Kotzer und Frank Gäbelein als Vorbeter funktionierte perfekt.

Schweren Herzens hieß es dann am Zielort und nach der gemeinsamen Lichterprozession Abschied zu nehmen von Pater Richard. Der jahrelange Betreuer der Herzogenauracher Pilger muss das Franziskanerkloster verlassen und nach Engelberg bei Miltenberg/Main ziehen, weil die Dettelbacher Begegnungsstätte mangels Nachwuchs in nächster Zeit geschlossen wird. „Eigentlich sollten wir Herzogenauracher das Kloster übernehmen, denn es ist uns über viele Jahre ans Herz gewachsen“, so der Tenor vieler Wallfahrer.

Nach einem gemeinsamen abendlichen Beisammensein in einem Dettelbacher Weinkeller folgte letztlich am Sonntag nach dem Festgottesdienst der gemeinsame Zug aller Wallfahrer nach Mönchsondheim, bevor es nach Puschendorf zurück und über die letzte Versorgungsstelle bei der Familie Rudrich in Höfen mit den letzten Fürbitten für die „lahmen (Enten) und Fuß geschädigten“ zurück an die Aurach ging.

Klaus-Peter Gäbelein

Klaus-Peter Gäbelein
Autor: Klaus-Peter GäbeleinWebsite: https://de.wikipedia.org/wiki/Klaus-Peter_G%C3%A4beleinE-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Koordinator für den Steinweg
Klaus-Peter Gäbelein (Pseudonym: Klaus Bedä) ist ein deutscher Autor, Historiker, Kolumnist, Mundartdichter und Moderator mit einem Schwerpunkt auf fränkischer Geschichte und Brauchtum sowie fränkischer Mundart. Er ist der Verfasser zahlreicher Werke zu Themen der Regionalgeschichte Frankens, dem fränkischen Brauchtum, sowie von Schulbüchern. Seit 1981 schreibt Gäbelein regelmäßig Artikel für die Regionalteile der in Herzogenaurach (Mittelfranken) erscheinenden Tageszeitungen und seit 1992 die Glosse „Do dud dä fei deä Oäsch weh!

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