Der neue Stadtschreiber ist da!
Erhältich bei Bücher & mehr und Ellwanger
Bayerischer Heimatpreis 2018
geht an den Heimatverein 23.07.2018
Der alte Schloßgraben
Unser Central Park von Herzogenaurach
Der Türmersturm
Einer unserer Stadttürme
Der Wiwaweiher
Der See mitten in unserer Stadt
Die Altstadt
Das Herz unserer Stadt

Nächste Veranstaltung:

Advent am Kachelofen

Sonntag 27 Nov 2022
15:00 - Uhr


Zum Tode von unserem Ehrenvorsitzenden Richard Tille +

1 1 1 1 1 Bewertung 0.00 (0 Stimmen)
Stern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktiv
 

Richard Tille   +

 

Herzogenaurach. Richard Tille ist am 01. September im Alter von 93 Jahren verstorben. Der frühere Kreisheimatpfleger, vielfach ausgezeichnet u.a.  mit der Stadtmedaille in Gold, der Denkmal- sowie mit der Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland hat Jahrzehnte seine freie Zeit für den Denkmalschutz geopfer und zwar in der  Stadt und im ländlichen Raum westlich der Regnitz

Der ehemalige Lehrer in Münchaurach, Höfen und Herzogenaurach war kein normaler Bürger und nicht das „Dorfschulmeisterlein" das nicht über den eigenen Tellerrand hinausschauen konnte. Richard Tille, gebürtiger Erlanger, war mehr, - er war eine Institution in Herzogenaurach und Umgebung.

 

 

Er war Franke mit Verstand und Leidenschaft, ein Kämpfer für den Denkmalschutz , immer hartnäckig aber fair, wenn es um den Erhalt von wertvoller Bausubstanz ging. 160 Flurdenkmäler hat er katalogisiert und vor dem Verfall bewahrt. Dank seines Engagements konnten beispielsweise in der Stadt die Politiker dazu bewegt werden, das älteste Bürgerhaus im Steinweg zu erhalten. Und bei vielen weiteren Umbauten und Restaurierungen war es Richard Tille, der gegen den Abriss oder einen modernen Umbau votierte, auch wenn er den Abriss des Hebammenhäuschens in der Reytherstraße oder den des „Schießhäuslas" an der Aurach oder den Bau des Sparkassengebäudes oder den der „HEKA" (heutiger Drogeriemarkt Müller) mit seinem „Steckerlesfachwerk", wie er es nannte, nicht verhindern konnte.

 

Was Geschichte und Geschichtsdokumente betrifft, so war Tille ein echter „Jäger und Sammler". Vom alten Schulbuch  über Zeitschriften und Ausschnitten aus Tageszeichnungen bewahrte er auf , was ihm Erhaltenswert schien, - und  das oft zum Leidwesen seiner Familie. Schließlich glich sein Haus einem Privatmuseum, von dem die örtlichen Zeitungen, die Stadt und der Heimatverein profitierten. Er sichtete und inventarisierte den Nachlass von Heimatforscher und Ehrenbürger Luitpold Maier und er war es, der immer wieder dank seines eigenen Archivs Anregungen gab, der Bürgermeister und Stadtrat animierte und unterstützte, wenn es um die Erstellungen von Stadtprospekten und Stadtbüchern ging, wenn Schilder an Denkmal geschützten Objekten angebracht werden sollten.Ohne ihn hätte es bei den ersten Altstadtfesten keine Stadtmedaillen gegeben und der Heimatverein hätte ohne ihn seine große Existenzkrise in den 70-er Jahren nicht überstanden.

 

 

 

Im gesamten westlichen Landkreis, von Adelsdorf bis Vestenbergsgreuth oder Zweifelsheim war es „der Herr Lehrer Tille", der Akzente setzte,sich in Sachen Museen engagierte und mit Rat und Tat zur Seite stand. So hat er auch das örtliche Stadtmuseum einst im Ostteil des Schlosses awieder mit aufgebaut und betreut und es nur sehr schwer verkraftet, dass er bei der Gestaltung des heutigen Stadtmuseum nur eine Außenseiterrollespielen durfte. Der Heimatverein hat den einstigen Ortssprecher von Zweifelsheim, Dondörflein und Höfen, den Leiter des Posaunenchors in Puschendorf und den Chorleiter des Gesangsvereins HDZ (Höfen, Dondörlein, Zweifelsheim) schon in den 80-er Jahren zum Ehrenmitglied und Ehrenvorsitzenden ernannt und hätte es gerne gesehen, wenn man Tille auch die Ehrenbürgerwürde der Stadt verliehen hätte.

 

 

In zahlreichen Vorträgen in Herzogenaurach und im Landkreis hat Richard Tille sein Wissen über die Geschichte und das  Brauchtum weitergegeben und für den Erhalt Denkmal geschützter Objekte gekämpft. Und gekämpft hat Richard Tille immer. Als er nach seiner Militärzeit bei der Marine sich in 11 Tagen von Berlin in seine fränkische Heimat durchgekämpft hat, als er den schwierigen Kampf der Umschulung vom Feinmechaniker zu Volksschullehrer in den harten Jahren des Wiederaufbaus gewonnen hat oder den Schmerz über den frühen Tod seines Sohnes und seiner Ehefrau bekämpfen musste. Zum Schluss hat er allerdings,  wie wir einst alle, den letzten Kampf um seine Gesundheit in einer Erlanger Klinik verloren.

 

Klaus-Peter Gäbelein

Klaus-Peter Gäbelein
Autor: Klaus-Peter GäbeleinWebsite: https://de.wikipedia.org/wiki/Klaus-Peter_G%C3%A4beleinE-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Koordinator für den Steinweg
Klaus-Peter Gäbelein (Pseudonym: Klaus Bedä) ist ein deutscher Autor, Historiker, Kolumnist, Mundartdichter und Moderator mit einem Schwerpunkt auf fränkischer Geschichte und Brauchtum sowie fränkischer Mundart. Er ist der Verfasser zahlreicher Werke zu Themen der Regionalgeschichte Frankens, dem fränkischen Brauchtum, sowie von Schulbüchern. Seit 1981 schreibt Gäbelein regelmäßig Artikel für die Regionalteile der in Herzogenaurach (Mittelfranken) erscheinenden Tageszeitungen und seit 1992 die Glosse „Do dud dä fei deä Oäsch weh!

Design by WD