Studienfahrt Freising

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Der Heimatverein in Freising
Bären, Baustellen und Barock

Freising – die älteste Stadt an der Isar war jüngstes Ziel einer Studienfahrt des Heimatvereins. Fast doppelt so viele Einwohner wie Herzogenaurach zählt die Metropole vor den Toren Münchens, davon sind knapp 8 000 Studenten, die Freising dazu verhelfen, sich als jüngste Stadt Bayerns zu bezeichnen, was den Altersdurchschnitt angeht.

Auffallend für die fränkischen Besucher: die vielen Baustellen in der Isarstadt und dazu zahlreiche farbige Bären, die das Stadtbild prägen, so wie einst die bunten Fußballschuhe in Herzogenaurach auffällig waren, als die Fußball-WM 2006 in unserem Land stattfand. Warum Bären? - So fragten sich die Herzogenauracher, bis sie bei der Stadtführung die Legende erfuhren, die sich um den berühmtesten Freisinger rankt, den irischen Wanderbischof Korbinian.

Dieser soll sich auf einer Reise nach Rom zum Papst befunden haben. Als die Reisegesellschaft am Rande eines Waldes rastete und sich die Wachen unaufmerksam zeigten, soll ein Bär sich über das Packpferd der Gruppe hergemacht und dieses zerfleischt haben, so dass die Mission der Reisegruppe in Richtung Rom auf der Kippe stand. Korbinian ließ daraufhin den Bären züchtigen, ließ ihm das Zaumzeug des Pferdes anlegen und das Gepäck auf den Rücken des Tieres schnallen. Wie ein zahmes Pferd brachte der Bär das Reisegepäck in die Heilige Stadt. Diese Geschichte findet sich in Freising omnipräsent. Folglich wurde der Korbiniansbär in das Freisinger Stadtwappen aufgenommen und die bunten Plastikbären in der Stadt sind Ausdruck des Stolzes der Freisinger auf ihr Wappen.

Seit dem Mittelalter entwickelte sich der Domberg zum geistlich-geistigen Zentrum der Stadt. Von hier blickt ein weiterer bedeutender Freisinger hinab auf seine Stadt: Otto von Freising, der als der bedeutendste Geschichtsphilosoph des Mittelalters gilt. Auch als Handelsstadt war Freising eine Macht, bis der Herzog Heinrich der Löwe 1158 die Isarbrücke zerstörte und bei den „Munichen“ (Mönchen = München) den Grundstein einer neuen Brücke errichten ließ und damit dem Aufstieg Münchens einleitete.

Die Perle Freisings ist fraglos der Mariendom. Im frühen 18. Jahrhundert erhielt der einst romanische Dom sein heutiges barockes Gesicht. Die bekannten Stuckateure Cosmas Damian und Egid Quirin Asam verwandelten den strengen Innenraum in einen leuchtenden barocken Festsaal, der bisweilen in seiner Üppigkeit sogar überladen wirkt.

Aber noch etwas hat die Isarstadt zu bieten. Es ist nicht der nahe Großflughafen München-Freising, an dem sich wegen des Baus einer dritten Startbahn derzeit die Geister scheiden, es ist der zweite bekannte Berg der Stadt, der Weihenstephaner Berg, heute die grüne Lunge der Stadt mit herrlichen Gärten und dem Zentrum der bayerischen Bierbraukunst. Welcher Liebhaber des Gerstensaftes kennt es nicht: das Weihenstephaner Weißbier? Doch nicht nur Bier wird hier oben am Berg gebraut, es ist auch ein internationaler Wissenschaftsstandort für Agrar- und Forstwissenschaften sowie Sitz der Hochschulen für Ernährung, Landnutzung und Umwelt.

Dass die Mitglieder des Heimatvereins ihre eindrucksvolle und erlebnisreiche Tagesfahrt mit einem Besuch des Weihenstephaner Bräustübls ausklingen ließen war die Krönung einer gelungenen Studienfahrt.

Klaus-Peter Gäbelein
Autor: Klaus-Peter GäbeleinWebsite: https://de.wikipedia.org/wiki/Klaus-Peter_G%C3%A4beleinE-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
1. Vorsitzender Heimatverein Herzogenaurach
Klaus-Peter Gäbelein (Pseudonym: Klaus Bedä) ist ein deutscher Autor, Historiker, Kolumnist, Mundartdichter und Moderator mit einem Schwerpunkt auf fränkischer Geschichte und Brauchtum sowie fränkischer Mundart. Er ist der Verfasser zahlreicher Werke zu Themen der Regionalgeschichte Frankens, dem fränkischen Brauchtum, sowie von Schulbüchern. Seit 1981 schreibt Gäbelein regelmäßig Artikel für die Regionalteile der in Herzogenaurach (Mittelfranken) erscheinenden Tageszeitungen und seit 1992 die Glosse „Do dud dä fei deä Oäsch weh!

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