Studienfahrt nach Cadolzburg 22.03.17

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Osterhasen und Burggeschichten

 

Herzogenaurach. Studienfahrten in die Region gehören seit Jahren zum festen Programm des Heimatvereins. Letztes Ziel war das nahegelegene Cadolzburg im Nachbarlandkreis Fürth, dessen Wahrzeichen, die gleichnamige mächtige Burganlage schon von weitem die Besucher grüßt.

Cadolzburgs Geschichte beginnt spätestens mit dem Jahr 1157 mit der Erwähnung der Burg, die von den Nürnberger Burggrafen errichtet, 1260 zu deren Hauptsitz ausgebaut wurde und unter Kurfürst Friedrich I. von Brandenburg erweitert worden ist.

Kurz vor Kriegsende war die Cadolzburg das Ziel alliierter Bomberangriffe geworden und ging in Flammen auf. 1982 begann dank der finanziellen Untertsützung des Freistaats der Wiederaufbau. Wenn er im Juni diesen Jahres abgeschlossen sein wird, können die Cadolzburger stolz auf „ihr“ neues Burgenmuseum sein, das vor allem der Jugend einen Einblick in das mittelalterliche Burgleben geben soll.

Im 19. Jahrhundert entwickelte sich der Ort Cadolzburg dank des Eisenbahnbaus (ab 1893) zum beliebten Ausflugsziel für Nürnberger und Fürther Stadtbewohner. Man fuhr im Frühling hinaus in die „Bläih“, in die Kirschbaumblühte. Doch dieses Frühlingserlebnis gehört inzwischen der Vergangenheit an, - Kirschbäume sucht man im Cadolzburger Umland heute vergeblich.

Mittlerweile ist Cadolzburg ein aufstrebender Marktflecken mit über 10 000 Einwohnern, mit breit gefächerter Industrie und günstiger Anbindung an die großen Verkehrsachsen. Herausragend ist die 1953 gegründete Schokoladenfabrik „Riegelein“. 500 bis 700 Arbeiter, je nach Saison, versorgen von hier aus die Märkte in über 50 Staaten mit Schokoladenfiguren. Noch laufen in Cadolzburg Schokoladenhasen für die Osterzeit vom Band, doch in wenigen Tagen wird die Produktion umgestellt: dann beginnt bei Riegelein die Weihnachtsproduktion und dann wandern die ersten Nikoläuse und Weihnachtsmänner in die Kühlhäuser , wo sie darauf warten, dass ab September in den Regale in den Supermärkten die Vorweihnachtszeit eingeläutet wird.

Doch hat man bei Riegelein längst auch die Zeichen der Zeit erkannt: an Muttertag oder Halloween, zu Silvester und Neujahr werden Marktlücken mit Riegelein-Schokoladen-Hohlkörpern gefüllt. Ein zweites Standbein mit einem Werk in Sachsen sichert dabei den Absatz des Familienunternehmens, in dem akribisch darauf geachtet wird, dass man die Gesetze des „fair trade“ Handels einhält und vor allem die kleinen Kakao- Bauern in Westa-Afrika unterstützt. Die Verbraucher in der Region und darüber hinaus können also ruhigen Gewissens Osterhasen oder Weihnachtsmänner im Outfit ihrer Lieblingsbvereine 1. FC Nürnberg, Greuther Fürth oder Bayern München erwerben und sogar die der „preußischen Bundesligamannschaften“ wie Borussia Dortmund oder von Borussia Münchengladbach gibt es von der großen Palette von Riegelein. In Cadolzburg.

Klaus-Peter Gäbelein
Autor: Klaus-Peter GäbeleinWebsite: https://de.wikipedia.org/wiki/Klaus-Peter_G%C3%A4beleinE-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
1. Vorsitzender Heimatverein Herzogenaurach
Klaus-Peter Gäbelein (Pseudonym: Klaus Bedä) ist ein deutscher Autor, Historiker, Kolumnist, Mundartdichter und Moderator mit einem Schwerpunkt auf fränkischer Geschichte und Brauchtum sowie fränkischer Mundart. Er ist der Verfasser zahlreicher Werke zu Themen der Regionalgeschichte Frankens, dem fränkischen Brauchtum, sowie von Schulbüchern. Seit 1981 schreibt Gäbelein regelmäßig Artikel für die Regionalteile der in Herzogenaurach (Mittelfranken) erscheinenden Tageszeitungen und seit 1992 die Glosse „Do dud dä fei deä Oäsch weh!

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