Vortrag: Dr. Jung, 200-jährige Geschichte des Hochstifts Bamberg

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Vortrag Dr. Jung Inhalt

200 Jahre Erzbistum Bamberg

Herzogenaurach. Mit Dr. Norbert Jung, dem früheren Kaplan von St. Magdalena als Referenten, war dem Heimatverein wieder ein Volltreffer gelungen. Anschaulich und verständlich verstand der inzwischen zum Domkapitular ernannte Geistliche das schwierige Thema der Säkularisation (Verweltlichung) des Bistums Bamberg und dessen Aufstieg zum Erzbistum darzustellen.

Die Französische Revolution von 1789 und deren Folgejahre hatten die Ordnung Europas völlig durcheinandergebracht. Unter Brandschatzungen und Kontributionen (Geldzahlungen) hatten die deutschen Staaten wie auch das Bistum Bamberg in den sog. Koalitionskriegen zu leiden. 1802 wurden Bamberg und seine Besitzungen bayrisch. Die neuen Herren hielten sich mit Plünderungen nicht zurück: 15 Kisten mit wertvollem Gut aus dem Bamberger Domschatz gingen nach München, Gotteshäuser und Klöster wurden geschlossen, das Wallfahrtswesen weitgehend verboten. Die Volksfrömmigkeit wurde als Religionsschwärmerei abgetan, kleinere Gotteshäuser in Bamberg und Umgebung wurden verweltlicht und teilweise zu Viehställen umfunktioniert. Die prächtige Barockkirche auf dem Lauberberg bei Sterpersdorf wurde 1826 bis auf eine kleine Seitenkapelle, dem heutigen Wallfahrtskirchlein abgerissen.

Die Säkularisation bedeutete den tiefsten Einschnitt in die deutsche Geschichte. Die weltlichen Staaten erfuhren wie die kirchlichen Staaten gravierende Besitz-und Grenzveränderungen. Bamberg stand dagegen als Bischofssitz nie zur Diskussion; die Domstadt erfuhr sogar gewisse Aufwertungen. So wurde u.a. die die einst würzburgische Pfarrei Herzogenaurach dem Bamberger Bistum zugeteilt. 1817 wurden im Konkordat (Vertrag zwischen Staat und Kirche) in Bayern zwei Kirchenprovinzen (Erzbistümern) geschaffen: München und Freising mit den Bistümern Augsburg, Regensburg und Passau sowie Norden Bayerns Bamberg mit den Tochterbistümern Eichstätt, Würzburg und Speyer.

1818 wurde der Eichstätter Oberhirte Joseph Graf von Stubenberg vom bayerischen König (Maximilian I. Joseph) zum ersten Bamberger Erzbischof ernannt; im April desselben Jahres legte der Papst die Grenzen des Erzbistums Bamberg fest, und zwar so, wie sie heute noch verlaufen.

Referent Dr. Jung gab bereitwillig auch Einblicke in seine Funktion und in seinen Tätigkeitsbereich als Domkapitular. Zehn Domkapitulare, vergleichbar mit weltlichen Ministern unterstützen als geistliche Beiräte die vielfältigen Aufgaben der obersten Kirchenleitung, sprich den Erzbischof. Ihm obliegt dabei u.a. die Kunst und Kultur wie z.B. die Führung und Leitung des Diözesanmuseums und der Kunst- und Kulturschätze am Bamberger Domberg.

Klaus-Peter Gäbelein

Klaus-Peter Gäbelein
Autor: Klaus-Peter GäbeleinWebsite: https://de.wikipedia.org/wiki/Klaus-Peter_G%C3%A4beleinE-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
1. Vorsitzender Heimatverein Herzogenaurach
Klaus-Peter Gäbelein (Pseudonym: Klaus Bedä) ist ein deutscher Autor, Historiker, Kolumnist, Mundartdichter und Moderator mit einem Schwerpunkt auf fränkischer Geschichte und Brauchtum sowie fränkischer Mundart. Er ist der Verfasser zahlreicher Werke zu Themen der Regionalgeschichte Frankens, dem fränkischen Brauchtum, sowie von Schulbüchern. Seit 1981 schreibt Gäbelein regelmäßig Artikel für die Regionalteile der in Herzogenaurach (Mittelfranken) erscheinenden Tageszeitungen und seit 1992 die Glosse „Do dud dä fei deä Oäsch weh!

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