Führung durch die Bierstadt Erlangen

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Herzogenaurach. Zu einer interessanten und äußerst kurzweiligen Führung durch die Erlanger Bier- und Brauereien Geschichte hatte der Heimatverein unlängst in die Hugenottenstadt eingeladen. Unter fachkundiger Führung von Gernot Klarmann, ausgebildeter Stadtführer in Erlangen begann der Rundgang im einstigen Erlanger Bierzentrum, am Altstädter Kirchplatz. Hier schlug im 19. Jahrhundert, vor allem aber ab 1860 das Herz der Erlanger Brauereien.

Aus berufenem Mund erfuhren die Herzogenauracher Bierfreunde, dass in Erlangen zwischen 1860 und 1880 dreimal so viel Gerstensaft gebraut wurde wie in der bayerischen Metropole München. Entscheidend hierfür waren zum einen die 16 Felsenkeller am Burgberg in denen das Bier gelagert wurde sowie die günstigen Verkehrswege zum Versenden der Biere innerhalb Deutschland, vor allem jedoch für den Export nach Übersee. Die Erlanger Brauer profitierten dabei von der geschickten Anlage ihrer Keller und den nahen Weihern aus der Rückseite des Burgberges. Die Bubenreuther Landwirte schlugen hier im Winter das Eis, das für die Kühlung des Biers notwendig gebraucht wurde und lieferten es an die Brauer auf die gegenüber liegende Seite des Berges.

Hart traf ein Stadtbrand im Jahre 1706 die Erlanger Bierbrauer: im Bereich des “Altstädter Marktplatzes“ wurden zahlreiche Braustätten eingeäschert.

Eng mit der Erlanger Biertradition sind zahlreiche bekannte ehemalige Brauereien verbunden: Reif-Bräu oder Henninger sowie für den Nicht-Erlanger weniger geläufige Brauer-Namen wie Tauber, Stahl oder Hübner. Zwischen der Neuen Straße und dem Schlossplatz waren früher die meisten Brauereien zu finden. Am Altstädter Kirchenplatz und in den gegenüberliegenden Häuser schlug das Herz der Erlanger Bierbraustätten. Unter dem Kirchenplatz ist heute noch einer der großen Bierkeller, jener von der Erich-Bräu vorhanden. Nach der Erfindung der Kühlmaschine durch Carl von Linde (1870er Jahre) ging es mit der Erlanger Bierproduktion bergab und die genannten Braustätten versorgten in erster Linie die Stadt und das Umland.     Für die heute größte und bekannteste Erlanger Brauerei, Kitzmann, begann der Aufstieg 1833. Daneben versorgen die Steinbach Bräu und die Genossenschaftsbrauerei Weller heute noch die Erlanger mit bekömmlichem Gerstensaft.

Mit Bier und Brotzeit auf dem „Entlas Keller“ ließen die Herzogenauracher die vielen Informationen der informativen Bierführung ausklingen.

Klaus-Peter Gäbelein

Klaus-Peter Gäbelein
Autor: Klaus-Peter GäbeleinWebsite: https://de.wikipedia.org/wiki/Klaus-Peter_G%C3%A4beleinE-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
1. Vorsitzender Heimatverein Herzogenaurach
Klaus-Peter Gäbelein (Pseudonym: Klaus Bedä) ist ein deutscher Autor, Historiker, Kolumnist, Mundartdichter und Moderator mit einem Schwerpunkt auf fränkischer Geschichte und Brauchtum sowie fränkischer Mundart. Er ist der Verfasser zahlreicher Werke zu Themen der Regionalgeschichte Frankens, dem fränkischen Brauchtum, sowie von Schulbüchern. Seit 1981 schreibt Gäbelein regelmäßig Artikel für die Regionalteile der in Herzogenaurach (Mittelfranken) erscheinenden Tageszeitungen und seit 1992 die Glosse „Do dud dä fei deä Oäsch weh!

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