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Montag 10 Okt 2022
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Essig: Herzensangelegenheiten

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Die Liebe ist eine Himmelsmacht

Herzogenaurach. Sein Name ist derzeit in aller Munde: Rolf-Bernhard Essig, in Bamberg lebender Sprachwissenschaftler. Im Nürnberger Verkehrsmuseum hat er zusammen mit dem Kinderbuchautor Paul Maar eine sehenswerte Austellung zum Thema Redensarten konzipiert: Besucher erfahren hier unter anderem  „Warum der Hund in der Pfanne verrückt wird“.

 

 

Zum vierten Mal gastierte der Experte für Redensarten und Sprichwörter auf Einladung des Heimatvereins an der Aurach.Zusammen mit Herzogenaurachs Kulturpreisträger, dem Pianisten Thomas Fink, begeisterte er ein anspruchsvolles Publikum in der Cafeteria der Fachklinik mit seinem Programm „Herzensangelegenheiten“. Der Germanist Essig hatte ein breites Spektrum an Gedichten, Aussagen  von Künstlern und Schriftstellern zu dem unerschöpflichen Thema „Liebe“ bereit. Egal, ob schlüpfrig-erotische Liebesgedichte aus dem Barock oder zweideutige Redensarten  die Liebe ist und bleibt „eine Himmelsmacht“.

 

Essig erwies sich als meisterhafter Unterhaltungskünstler und Thomas Fink fand immer die passenden Töne bei den Fragen „ob Liebe wirklich blind macht“ oder ob es stimmt, wenn man sagt „was sich liebt, das neckt sich“ – und dazu drangen Finks Töne „true love“ nicht nur ins Ohr, sondern auch in die Herzen der Zuhörer.

 

In allen Ländern nimmt die Beziehung der Geschlechter zu einander einen breiten Raum ein und die Lebensweisheiten zu Liebe und Ehe sind tiefschürfend. Der Spanier vergleicht einen verliebten Mann mit einem Löwen und bezeichnet den Verheirateten mit einem Esel. Und was ist wahr an der Redensart: „Frauen sind die Schlauen – Männer sind die Penner? Stimmt es, wenn man im Spanischen die Feststellung trifft: Melonen und Frauen sind schwer zu durchschauen oder wenn es in Polen heißt „Ob eine Frau eine Seele hat? – Nein, sie hat 365!“ Auf all diese Fragen wusste Thomas Fink am Piano die passenden Antworten , wenn er intonierte: „Wer Klavier spielt, hat Glück bei den Frauen!“

 

In der Literatur sind die Themen „Liebe“ und „Herz“ verständlicherweise schier endlos: ob im Mittelalter der Minnesänger anstimmt „ich bin din und du bist min“, ob Goethe, der begnadete Liebhaber, Heinrich Heine oder Wilhelm Busch, sie alle waren von der Beziehung der Geschlechter hin- und her gerissen. Friedrich Hollaender schrieb in den 20-er Jahren für Marlene Dietrich das Lied „Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt“ und weil Thomas  Fink die entsprechenden Töne anschlug, stimmte das begeisterte Publikum spontan mit ein. Und weil die Liebe sehr oft Schmerzen bereitet, erinnerte Essig an Zarah Leanders bekannten Song „Nur nicht aus Liebe weinen!“

 

Was hatte Essig nicht alles an Weisheiten über Liebe und Ehe zu sagen! „Liebe /Ehe fängt mit Ringen an und hört mit Messern auf“ oder „zur Ehe gehörrt mehr als nur vier nackte Füße im Bett!“ Ist die Übersetzung der Buchstaben von EHE wirklich „Errare Humanum Est“, zu deutsch: irren ist menschlich! Oder gar „Irren ist männlich“?

 

Und dass es nicht nur zu Blumen, Tieren und Frauen Liebe gibt, erkärte Essig am Ende, als er sein Lied von einer besonderen Liebe in Franken anstimmte: „Spiel mir das Lied vom Schäuferla“.

 

Fazit des äußerst unterhaltsamen Abends: Essig und Thomas Fink, ein unschlagbares Duo, machten Appetit auf mehr !

 

 

Klaus-Peter Gäbelein

 

Klaus-Peter Gäbelein
Autor: Klaus-Peter GäbeleinWebsite: https://de.wikipedia.org/wiki/Klaus-Peter_G%C3%A4beleinE-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Koordinator für den Steinweg
Klaus-Peter Gäbelein (Pseudonym: Klaus Bedä) ist ein deutscher Autor, Historiker, Kolumnist, Mundartdichter und Moderator mit einem Schwerpunkt auf fränkischer Geschichte und Brauchtum sowie fränkischer Mundart. Er ist der Verfasser zahlreicher Werke zu Themen der Regionalgeschichte Frankens, dem fränkischen Brauchtum, sowie von Schulbüchern. Seit 1981 schreibt Gäbelein regelmäßig Artikel für die Regionalteile der in Herzogenaurach (Mittelfranken) erscheinenden Tageszeitungen und seit 1992 die Glosse „Do dud dä fei deä Oäsch weh!

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