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Montag 10 Okt 2022
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St. Kilian in Kairlindach besucht

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Herzogenaurach. Seit Jahren stehen beim Heimatverein  Fahrradtouren zu historisch wertvollen Kirchen in der Region im Jahresprogramm. Nach Hannberg, Büchenbach, Kriegenbrunn und Münchaurach führte eine Exkursion diesmal zur St. Kilianskirche nach Kairlindach. Karl-Heinz Hertlein, Mitglied des örtlichen Kirchenvorstands, leistete bei der Führung durch das Gotteshaus wertvolle Hilfe.

Im Zuge der Missionierung und Christianisierung seit dem 8. Jahrhundert ist in Kairlindach wohl schon im 8. Jahrhundert vom Bistum Würzburg ausgehend (daher die Verehrung des hl. Kilian) ein Gotteshaus in Form einer Chorturmkirche  entstanden.

Vor der Reformation war Kairlindach wohl eine Filiale von Büchenbach.

Nach dem großen Bauernkrieg von 1525 wurde im Seebachgrund teilweise die Reformation eingeführt. Kairlindach wurde evangelisch und erlebte in 400 Jahren seit 1575 36 namentlich bekannte Pfarrer.  Der bekannteste war wohl der "Held im Kirchenrock", Pfarrer Veit (Vitus) von Berg, der im Schloss in Birnbaum wohnte und den Aischgrund bis nach Kairlindach kirchlich versorgte. Den Heimweg von Kairlindach hätte er einmal beinahe mit dem Leben bezahlen müssen, wäre nicht eine Flintenkugel in einem Tagebuch mit Aufzeichnungen über kirchliche Handlungen in seiner Brusttasche stecken geblieben.

Der 30-jährige Krieg und Brände haben dem Gotteshaus zugesetzt. 1737/38 wurde der Turm aufgestockt und mit einer barocken Haube versehen. Doch erst vor dem 1. Weltkrieg erhielt das Gotteshaus sein heutiges Gesicht:

1913 wurde das Langhaus in seiner heutigen Form geschaffen und mit neugotischen  sowie Jugendstilelementen ausgestattet, wie dem Engelkopf unter der Orgel. Aus dieser Zeit stammt auch das Altarbild als eine Kopie des Gemäldes "Heilige Nacht" von Antonio Allegri da Correggio; das Original befindet sich in der Dresdner Gemäldesammlung  im dortigen Zwinger .

Weitere Kunstwerke im Chor  der Kirche im "Kairlindacher Gelb" sind Epitaphien des Ritters Georg von Truchseß (Herren auf Neuenbürg; 16.

Jh.) sowie der Patrizierfamilie von Holzschuher und das  steinerne Epitaph der Witwe Oberlender, die um ihren verstorbenen Gatten

trauert.

Klaus-Peter Gäbelein
Autor: Klaus-Peter GäbeleinWebsite: https://de.wikipedia.org/wiki/Klaus-Peter_G%C3%A4beleinE-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Koordinator für den Steinweg
Klaus-Peter Gäbelein (Pseudonym: Klaus Bedä) ist ein deutscher Autor, Historiker, Kolumnist, Mundartdichter und Moderator mit einem Schwerpunkt auf fränkischer Geschichte und Brauchtum sowie fränkischer Mundart. Er ist der Verfasser zahlreicher Werke zu Themen der Regionalgeschichte Frankens, dem fränkischen Brauchtum, sowie von Schulbüchern. Seit 1981 schreibt Gäbelein regelmäßig Artikel für die Regionalteile der in Herzogenaurach (Mittelfranken) erscheinenden Tageszeitungen und seit 1992 die Glosse „Do dud dä fei deä Oäsch weh!

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