FC Herzogenaurach (2)

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Herzogenaurach. Der 1.FC Herzogenaurach war ab 1916   der einzige

 

Fußballverein in der Region. Die Gegner kamen aus einem Umkreis von rund

 

30 Kilometern: aus Forchheim, Erlangen, Nürnberg und Fürth. Und weil das Zugfahren erhebliche Kosten verursachte, reiste man per Fahrrad oder Pferdegespann nach Forchheim, Zirndorf, Erlangen, in die Nürnberger Vororte oder gar nach Schwabach . Die Spieler kannte jeder in dem 3 500 Einwohner zählenden Städtchen: Rudert und Schwab, Bitter und Bucher, Kreiner und Körner, Römmelt oder Zehlein hießen sie.

 

 

 

Einer stach aus der Mannschaft heraus:  Baptist Reinmann. Der pfeilschnelle Außenstürmer wechselte 1925/26 zum 1. FC Nürnberg, eroberte sich dort einen Stammplatz,  wurde mit dem Club Deutscher Meister und der erste Herzogenauracher Nationalspieler. Viermal wurde der Baptist in die deutsche Nationalmannschaft berufen. Zehn Jahre trug er das rote Club-Trikot. Und weil man damals noch keine Reichtümer als Fußballer verdienen konnte, arbeitete er zusätzlich in seinem erlernten Beruf als Finanzbeamter  Er vermittelte 1931 seinen Mannschaftskameraden, die Torhüterlegende Heiner Stulfauth, als Trainer zum 1. FC Herzogenaurach und prompt stieg die Mannschaft in die mittelfränkische Kreisliga (Bezirksklasse) auf.

 

 

 

Inzwischen hatte der hiesige Fußballclub ein neues Vereinsgelände

 

erworben: am oberen Weihersbach, dem heutigen FC Gelände war man man fündig geworden. Man musste mit sieben Grundbesitzern verhandeln und kaufte diesen für 36 Pfennige pro Quadratmeter den Grund und Boden ab. Aber es war noch ein langer und beschwerlicher Weg, bis man dank großer freiwilliger Arbeitsleistungen hier Wettspiele austragen konnte.

 

 

 

Schwere Jahre musste der 1. FC Herzogenaurach zwischen 1933 und 1945 durchleben .Auch wenn durch die NS-Politik die beiden anderen hiesigen Fußballvereine DJK und UNION  zwangsweise aufgelöst worden waren und sich deren Spieler größtenteils dem FC anschlossen, so fehlten infolge von Wehrdienst und Kriegseinsatz dennoch immer wieder wertvolle Aktive.

 

Man stieg von der mittelfränkischen Kreisliga in die Kreisklasse ab.

 

 

 

Nach dem Zusammenbruch und der folgenden Entnazifizierung  gründeten ehemalige Aktive der UNION den ASV, der damals jedoch noch kein eigenes Vereinsgelände besaß und seine Heimspiele bis 1949 auf dem FC Platz austragen musste. Dass dies bei der entstehenden Rivalität nicht reibungslos vonstatten ging, versteht sich. Gleiches gilt vereinsintern für Fußballern und die neu gegründete (Feld-)Handballabteilung des 1.FC.

 

Hier kam es zu einem Bruch wegen der Platzfrage - ein Sportplatz war für den Spielbetrieb mit mehreren Mannschaften einfach zu wenig und so zogen die Handballer des FC die Konsequenzen und wechselten geschlossen zum Turnverein (TSH).

 

Die 50-er Jahre waren für den 1.FC Herzogenaurach wahrlich "Goldene Jahre", sowohl im Jugend- als auch im Seniorenbereich: die Schülermannschaft (heute vergleichbar mit der C-Jugend ) wurde Mittelfränkischer Meister und unterlag lediglich im Endspiel um die Bayerische Schüler-Meisterschaft dem Nachwuch des BC Augsburg. Und auch die Senioren wurden eine feste Größe in der mittelfränkischen Bezirksliga.

 

  Neben dem Fußballspiel war man damals ebenfalls erfolgreich, und zwar was die Kameradschaft und das Vereinsleben betrifft. 1953/54 entstand ein schmuckes Vereisnheim, das bald zum Mittelpunkt der großen FC-Familie wurde.Nun brauchte man nicht mehr auf eine der Gastwirtschaften in der Stadt zurückgreifen, wo sich man sich wöchentlich zum sog. Turnus (Gesprächs- und Vereinsabend)  traf. Und in jenen Jahren als eine Flasche Bier noch 30 Pfennige kostete, eine Zigarette für 8 Pfennige erworben werden konnte und der Stundenlohn für Arbeiter bei 1,50 DM lag, sicherte sich der 1. FC in einem packenden Endspiel in Weißenburg mit einem 4:2 Erfolg gegen den südbayerischen Vertreter aus Gersthofen die Bayerische Pokalmeisterschaft.

 

 

 

Klaus-Peter Gäbelein

 

Klaus-Peter Gäbelein
Autor: Klaus-Peter GäbeleinWebsite: https://de.wikipedia.org/wiki/Klaus-Peter_G%C3%A4beleinE-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
1. Vorsitzender Heimatverein Herzogenaurach
Klaus-Peter Gäbelein (Pseudonym: Klaus Bedä) ist ein deutscher Autor, Historiker, Kolumnist, Mundartdichter und Moderator mit einem Schwerpunkt auf fränkischer Geschichte und Brauchtum sowie fränkischer Mundart. Er ist der Verfasser zahlreicher Werke zu Themen der Regionalgeschichte Frankens, dem fränkischen Brauchtum, sowie von Schulbüchern. Seit 1981 schreibt Gäbelein regelmäßig Artikel für die Regionalteile der in Herzogenaurach (Mittelfranken) erscheinenden Tageszeitungen und seit 1992 die Glosse „Do dud dä fei deä Oäsch weh!

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