Fußballserie 1 Reinmann

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Herzogenaurach. Dass der Herzogenauracher Fußballsport schon wesentlich bessere Zeiten gesehen hat, ist unbestritten. Der 1. FC, während der 1. Weltkriegs1916 gegründet, und der ASV, 1919 aus der Taufe gehoben und nach dem Verbot von 1933 im März 1946 wieder gegründet, waren in den „Goldenen Jahren" des hiesigen Fußballs in den 70-er und 80-er Jahren des vergangenen Jahrhunderts feste Größen im bayerischen Amateurfußball. Heute fristen die beiden ehemaligen Aushängeschilde der Stadt ein recht armseliges Dasein in den untersten drei Spielklassen.

Dass aus Herzogenauracher Vereinen schon immer hervorragende Fußballer hervorgegangen sind, weil in Schüler- und Jugendbereich hervorragende Arbeit geleistet worden ist und somit viele junge Fußballer das nötige Rüstzeug für höhere Aufgaben und höherklassige Vereine erhielten., - darüber wird in den kommenden Wochen berichtet.

Baptist Reinmann - der erste Herzogenauracher Fußball-Nationalspieler

Der gebürtige Herzogenaurach war der erste Fußballer, der es bei einem „auswärtigen Verein" zu Ansehen und Meisterehren brachte. Am 31.0ktober 1903 in Herzogenaurach geboren, jagte er schon früh zusammen mit seinen drei Brüdern dem Fußball nach. Auf den Hans-Ottenberg, damals „Ludwigshöhe" genannt, zog es den Jungen, denn hier trug der 1.FC ab 1922 seine Heimspiele aus. Und bald schon kickte er zusammen mit seinem Bruder Christoph in der Herrenmannschaft. Am Ende seiner ersten Verbandsrunde landete die Mannschaft auf einem undankbaren 2. Tabellenplatz.

Längst hatte es sich im Kreis herumgesprochen, über welche Schnelligkeit der junge Reinmann verfügte und wie präzise er trotzdem von der Außenlinie Flanken schlagen konnte. Mit  11,1 Sekunden über 100 Meter hätte er sogar bei den Spezialisten in der Leichtathletik starten können.

Und so führte sein Weg 1925 zum 1. FC Nürnberg, wo er sich schnell einen Stammplatz als Rechtsaußen sichern konnte. Bekannt war er im gesamten deutschen Fußball wegen seines „Spezialtricks": Er täuschte im vollen Lauf ein Anhalten bzw. Zurückziehen des Balles an. Während der Gegner noch darauf reagierte, war Baptist jedoch auf und davon.

Sein größter Erfolg war der Gewinn der Deutschen Meisterschaft mit dem Club 1927. In der Höhle des Löwen, im Berliner Grunewaldstadion  siegten die Nürnberger souverän mit 2:0 und fuhren somit ihre zweite Meisterschaft ein.  Heiner Stuhlfauth, der legendäre Torwart, „Bumbes" Schmidt, „Hanne" Wieder oder Heiner Träg waren die bekanntesten seiner Mannschaftskollegen.

Zwischen 1927 und 1929 wurde Baptist Reinmann viermal in die deutsche Nationalmannschaft berufen. Außerdem nahm er bei den Olympischen Spielen von 1928 in Amsterdam teil, kam jedoch nicht zum Einsatz. Seine Kritiker hielten ihm immer wieder vor, dass er „zu anständig, zu zurückhaltend und zu zaghaft im Abschluss sei."

Zehn Jahre war er aktiv beim FC Nürnberg. Er absolvierte 281 Pflichtspiele und beendete seine Karriere 1935 wegen einer Achillessehnenverletzung. Ihm war es auch zu verdanken, dass sein Mannschaftskollege, der Torhüter Stuhlfauth am 14. Juli 1931 das Training beim hiesigen Club übernahm und die Mannschaft in die mittelfränkische Kreisliga führte.

Dass man vor 80 Jahren Sport und Beruf noch miteinander verbinden konnte, bewies Baptist Reinmann, denn als Finanzbeamter stand er auch beruflich seinen Mann.

Am 02. März 1980 ist Reinmann verstorben. Im „easyCredit-Stadion" in Nürnberg erinnert der Block 39 namentlich an den Herzogenauracher Clubspieler.

                                                             Klaus-Peter Gäbelein

Klaus-Peter Gäbelein
Autor: Klaus-Peter GäbeleinWebsite: https://de.wikipedia.org/wiki/Klaus-Peter_G%C3%A4beleinE-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
1. Vorsitzender Heimatverein Herzogenaurach
Klaus-Peter Gäbelein (Pseudonym: Klaus Bedä) ist ein deutscher Autor, Historiker, Kolumnist, Mundartdichter und Moderator mit einem Schwerpunkt auf fränkischer Geschichte und Brauchtum sowie fränkischer Mundart. Er ist der Verfasser zahlreicher Werke zu Themen der Regionalgeschichte Frankens, dem fränkischen Brauchtum, sowie von Schulbüchern. Seit 1981 schreibt Gäbelein regelmäßig Artikel für die Regionalteile der in Herzogenaurach (Mittelfranken) erscheinenden Tageszeitungen und seit 1992 die Glosse „Do dud dä fei deä Oäsch weh!

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